re@l-m@il für Dich

BriefkastenEs war schwer, einen Termin bei ihm zu bekommen. Seine Sekretärin und ich brüteten über seinem Terminplaner wie über einem Kreuzworträtsel oder einem Sudoku für Superhirne. Endlich fand sie gralsgleich eine Lücke. „Am übernächsten Donnerstag könnten Sie sich um 14:30 Uhr treffen“, strahlte sie mich an.  „Aber um 16:00 Uhr muss er wieder im Büro sein. Reicht Ihnen das?“
„Er hatte Fragen an mich und bat um einen Termin“, antwortete ich. „Das muss er dann also beantworten.“
An jenem Donnerstag saßen wir endlich zusammen. Ich war kurz vor halb drei am verabredeten Ort. Er kam zehn nach drei. Gehetzt bestellte er einen doppelten Espresso, durchstreifte das Café mit seinem Blick wie ein getriebenes Tier, fuhr sich durch die Haare und nestelte an seiner Krawatte. Er stellte mir seine Fachfrage und ich antwortete ihm. Währenddessen fummelte er an seinem Handy rum.
„Wie war das?“, fragte er irgendwann.
„Haben Sie mir nicht zugehört?“, fragte ich vorsichtig und sehr freundlich.
„Ja … Schon … Aber ich muss auch meine Mails checken. Ich erwarte wichtige Post.“
Ich stand auf, verließ das Café und ging nach Hause. Mein Handy stellte ich auf lautlos.
Am nächsten Tag rief mich seine Sekretärin an. Ich hatte bereits mehrere verpasste Anrufe vom Vortag von ihm registriert.
„Ich soll Sie fragen, warum Sie gestern einfach so gegangen sind. Mein Chef fand das unerhört und ich will Ihnen gar nicht sagen, wie erbost er hier im Büro ankam.“
Ich lächelte in den Hörer und sagte ihr: „Richten Sie Ihrem Chef bitte aus, dass ich nach Hause musste, um in meinen Briefkasten zu schauen. Ich habe wichtige Post erwartet.“

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VorBILDwirkung

Schockbilder-auf-ZigarettenpackungenBildquelle: dpa/welt.de

Neulich in der Tankstelle. Ein Mann mit seinem etwa 10-jährigem Sohn steht vor mir. „Eine Packung Marlboro bitte“, sagt er der Verkäuferin. Diese bringt ihm das Begehrte, er schaut drauf und sagt: „Nö, die mit dem Lungenkrebsbild will ich nicht.“ Die Frau schaut verwirrt, nimmt die Packung Zigaretten weg und holt ihm eine neue. Dieses Mal sieht man auf dem Bild einen ziemlich üblen Mundraum mit fehlenden oder schwarzen Zähnen. Der Sohn schaut auf die Packung, dann zu seinem Vater und sagt: „Papa, das sieht aber nicht viel besser aus.“ Der Papa struwwelt ihm durch die Haare und antwortet: „Ach, die wollen uns doch nur Angst machen! Aber die Tabaksteuer nehmen sie trotzdem gern!“ Der Kleine greift die Hand seines Vaters, schaut vorsichtig lächelnd zu ihm auf und sie gehen gemeinsam nach draußen.

Von schwindelerregenden Spargelbestellern mit Sprengkraft


Als Autor schreibe ich in erster Linie für mich. Aus Gründen der Unterhaltung, der Selbstverwirklichung, der Ordnung von Gedanken und Gefühlen, der Therapie oder einfach nur, um Spaß zu haben. Wenn daraus ein Buch wird, ist es toll und unglaublich sinnstiftend und erfüllend. Natürlich wollen wir Autoren dann auch noch gelesen und gehört werden. Dieses Mindestmaß an Exhibitionismus und Anmaßung müssen wir haben, sonst bräuchten wir nur eine Kladde, die wir dann und wann uns selbst vorlesen. Dabei können wir wahlweise in Selbstmitleid ertrinken oder uns über unsere eigenen Witze amüsieren. Alles nicht so wahnsinnig erstrebenswert und mit einem Charme von Autismus light.
Dann haben wir doch lieber das Buch in der Öffentlichkeit. Und was wird daraus? In der Regel nichts oder fast nichts. Wenn aber eine große Zeitschrift darüber berichtet, wenn das Feuilleton in Gnade aus dem Olymp herabsteigt, um die gedruckten Zeilen zu würdigen oder zu zerreißen, dann haben wir es wirklich geschafft. Wie das geht? Schweigen wir darüber. Aber die Ergebnisse sind so wunderbar fassbar und so genau beschrieben, dass der Leser einfach zugreifen muss. Hier meine Favoriten aus dieser Woche, entnommen aus diversen Zeitschriften:

„Rau und ergreifend.“

„Dieser Roman hat Sprengkraft.“

„Man kann süchtig werden.“

„Ein intensives, forderndes Buch und die wohl schönste und unsentimentalste Liebesgeschichte dieses Jahrzehnts.“

„Schwindelerregend ambitioniert und auf höchst beglückende Weise gelungen.“

„Vergessen Sie alles, was Sie über diesen Roman gelesen haben. Lesen Sie ihn selbst.“

Ich kann zusammenfassen: Vergessen Sie alles, was Sie über meine rauen und ergreifenden Bücher gehört haben. Sie haben Sprengkraft und machen süchtig. Lesen Sie alle selbst, denn sie sind schwindelerregend ambitioniert und auf höchst beglückende Weise gelungen.
Nicht wenige Literaturkritiker behaupten, dass sie die Qualität eines kompletten Buchs nach dem Lesen der ersten Seite einschätzen können. Nur gut, dass wir Autoren nicht von der Qualität eines Kritiker-Satzes auf dessen Urteilsvermögen schließen.

Selfmähd-Millionär

IMG_20140512_144250In richtig teuren Coachings und Seminaren lernen gestresste Menschen neben vielen anderen wichtigen Dingen vor allem »Nein-Sagen«, Meditieren und Entspannen. Beim ersten Punkt habe ich noch Optimierungspotential, denn meine mangelnde Fähigkeit, »Nein« zu sagen, manifestierte sich in einem freudigen »Ja«, als die Frage zu beantworten war, ob ich Zeit hätte, eine Wiese zu mähen. Als ginge es um ein Duell gegen einen Nebenbuhler, durfte ich mir die Waffen der Grasvernichtung aussuchen und entschied mich gegen den elektrischen Rasentrimmer und für die gute alte Sense. Bin schließlich keine Memme. Darüber hinaus ist ein Apfelbaum zu pflanzen das ist hinreichend bedeutungsschwer, sodass dabei erst recht keine Ablehnung möglich war.
Ich stehe vor den Einzelteilen des Geräts und habe bereits beim Zusammenbau Probleme. Der Sensenbaum muss irgendwie an der Sense befestigt werden und es dauert reichlich fünfzehn Minuten, bis ich die beiden Schrauben so festgedreht habe, dass es einigermaßen stabil und zum Sensen tauglich erscheint. Beim Blick auf die Wiese fällt mir sofort ein, dass ich im Anschluss an meine Arbeit wirklich dringend ein Seminar besuchen und lernen sollte »Nein« zu sagen. Es sieht nach einer Sisyphos-Arbeit aus. Aber war es nicht Camus, der sagte, dass wir uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen müssen? Zumindest habe ich für das Erlangen dieser Erkenntnis eine Menge Geld für ein Seminar gespart. Weniger sparsam bin ich bei meinem Enthusiasmus, der sich darin manifestiert, dass ich beim Schärfen des Sensenblattes mit dem Wetzstein einmal an meinem Daumen hängenbleibe und mir eine ordentliche Schnittwunde zufüge, noch bevor auch nur ein Grashalm gefallen ist. Mit dem Verbandszeug aus dem Auto gelingt mir eine Erstversorgung und ich stelle mich nach dem Überwinden eines kleinen Schwindelanfalls wieder der Aufgabe. Schließlich will ich nicht auf Kasse machen, wenn doch die absolute Entspannung und eine gepflegte Grünfläche winken. Ich hole kräftig zum ersten Hieb aus, das Gras fällt und der Optimismus in mir gewinnt die Oberhand. Das wird alles gut werden. Nicht zuletzt lernen ausgelaugte Menschen in Seminaren auch, dass es nicht um die Zeit geht, sondern darum, im Moment zu sein. Es gibt die Zeit gar nicht, nur das Leben im Augenblick. Ich genieße jeden davon, während ich die Sense immer einen Meter weiter nach vorn bewege und Hieb um Hieb das Gras fällt. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Der Weg zum Sensenmann mit dem ersten Hieb. Tatsächlich machen sich in mir Ruhe und Freude breit. Keine Zukunftssorgen, keine Wenn-Dann-Illusionen, keine belastenden Gedanken um Beständigkeit und Sicherheit, einfach nur der Moment.
»Der mittelalte Mann und das Gras«, Hemmingway würde sich freuen.
Es wäre fatal darüber nachzudenken, dass Gras im Allgemeinen dazu tendiert, nachzuwachsen und die Grünfläche einen Monat später wieder so aussehen wird, wie vorher. Doch darüber sinniere ich nicht. Absichts- und Bedingungslosigkeit und unbedingtes Hier-Sein, so wird Gras vernünftig gemäht. Natürlich auch ohne einen perfektionistischen Anspruch. Ohne Planung, Organisation und Kontrolle. Einfach drauflos, und ob ein oder zwei Halme mal länger stehen bleiben oder nicht, berührt nicht im geringsten meine innere Haltung. Loslassen. Mähen um des Mähens willen, nicht wegen des Erfolgs einer klaren Graskante. Zwischendurch denke ich an meinen Opa. Der ist dauernd aufs Feld gezogen, mal mürrisch, bei bester Stimmung nur schimpfend, und hat hektargroße Flächen mit seiner Sense gemäht. Er musste sich abrackern und ich freue mich über das meditative Mähen mit der Sense.
»Können Sie das denn überhaupt«, schalmeit es mir aus dem Nachbargarten entgehen. Die Nachbar-Oma hat ihr Schachern in der Erde unterbrochen. ›Alte Menschen lieben scheinbar das morbide Tun, die Erdnähe‹, denke ich, während ich die Sense auf den Boden absetze und mich lässig daran lehne.
»Ja, sicher«, antworte ich ihr. »Ich habe das als Kind dauernd mit meinem Opa gemacht.« Dabei spare ich aus, dass ich nur mit einer kleinen Handsichel rumgewerkelt habe und meine Oma es sicherheitshalber für sinnvoller befand, mir diese zu entreißen, weil sie sowohl ihre Blumen, als auch meine Gesundheit in Gefahr sah. Außerdem verschweige ich, dass ich mir vor Arbeitsbeginn ein Anwendungsvideo auf Youtube angeschaut habe.
»Es wird wirklich Zeit, dass sich mal jemand um diesen Schandfleck kümmert!«, brüllt sie herüber. Ich hoffe, dass sich der Schandfleck auf die Wiese bezieht. »Wissen Sie eigentlich, wem das Grundstück gehört?«
»Nö, ich bin hier nur der Sensenmann«, lüge ich tiefenentspannt, sehr wohl wissend, in wessen Eigentum der Acker steht.
»Dann lassen Sie sich das aber gut bezahlen«, rät sie mir fast fürsorglich.
»Was soll eigentlich mit dem Bäumchen dort werden?«, fragt sie, während sie zum Apfelbaum zeigt.
»Den pflanze ich nachher noch ein«, antworte ich so höflich, wie es mir bei einer Antwort auf eine saublöde Frage eben möglich ist.
»Passen Sie aber bloß auf, dass er nicht zu nah an meinem Grundstück steht! Ich mag die Sonne in meinem Garten, und wenn dann nur noch Schatten ist, habe ich gar nichts mehr zum Freuen!«
Diese Zeit ist also nicht nur beim Grasmähen sehr lehrreich, sondern auch beim Dialog mit der Nachbarin. Es ist relativ sicher, dass ich noch gerade so erleben werde, dass dieser Baum einen richtigen Schatten wirft. Im besten Fall pflanzt man Bäume immer für die Nachwelt, ganz gleich, ob für den Schatten oder für den Genuss von Äpfeln. Ganz sicher ist, dass sie den Baum in groß nicht erleben wird. Aber Angst vor dem Schatten hat sie trotzdem. Bäumt sich hier die Metapher riesig auf und ist die Angst vor dem Schatten bei ihr im Grunde nur die Angst vor dem Ende, vor ewiger Dunkelheit und Verdammnis? Ich weiß es nicht. Ich lerne aber, dass wir Menschen uns vor allem vor der Unmöglichkeit ängstigen und unser Hirn im Angstzustand keinerlei Logik zulässt.
»Machen Sie sich keine Sorgen«, antworte ich überraschend freundlich. »Ich werde den Baum auf der anderen Seite des Grundstücks pflanzen. Dann haben Sie bei sich für Ewigkeiten Sonne.« Ein Schattendasein fristen Sie ja schon ausreichend, denke ich, aber ich halte den Mund.
Sie schaut mich mürrisch an, nickt und ich sense weiter. Das Gras fällt und der Haufen mit den Halmen wird immer größer. Ich harke ihn in relativer Nähe zum Nachbargrundstück zusammen, wohl wissend, dass von ihm eine latente Schattengefahr für die alte Dame ausgeht. Sie beobachtet mich, kommt an den Zaun und richtet das Wort an mich.
»Wie heißen Sie eigentlich?«
Ich frage mich, was es das Mütterchen angeht, da ich aber zum Entspannen und noch nicht zum »Nein-Sagen« da bin, kann ich es ihr sagen.
»Jischinski.«
Sie mustert mich. »Dann kommen Sie aber nicht von hier, oder?«
»Nein. Sie hören doch, dass ich dialektfrei spreche.«
»Aha.«
Ich bin überrascht, dass meine Ethnie damit geklärt ist. Sie hat bereits andere Sorgen.
»Aber bitte passen Sie bloß auf meine Pfingstrosen hier am Rand auf!!« Sie zeigt auf einen Busch und kümmert sich wieder um die Arbeit in ihrem Garten. Ich sense fröhlich weiter und bin erleichtert, dass ich weitermachen kann. Welche Dinger hatte sie doch gleich gezeigt? Wir Stadtmenschen können unmöglich eine Pfingstrose von Unkraut unterscheiden. Ich lasse vorsichtshalber alles stehen, was nicht wie Löwenzahn oder Gras aussieht und schwinge munter die Klinge, harke zusammen und genieße die Arbeit inzwischen sehr. Bei einer kleinen Pause schaue ich auf die riesige Menge Grünzeug, die sich zu einem bedrohlichen Schattenmonster auftürmt. Ich rufe zum Großmütterchen rüber:
»Sie haben nicht zufällig Viehzeug, an das ich diesen Haufen hier verfüttern kann?«
Sie schaut zu mir, dann zum Gras und wieder zu mir und antwortet: »Früher ja, da hatte ich immer Vieh, was das Zeuch fressen konnte! Aber heute? Heute, nein, da habe ich kein Viehzeug und keinen Mann mehr.«

Iren ist menschlich – Kapitel 4 Pub und Spirit

DRINKINGDanach geht es ins »Dick Mack’s«. Für olfaktorisch sensible Menschen ist bereits die Mischung im »Foxy John’s« eine Herausforderung, weil der Geruch nach Öl, Schrauben, und Gummi sich nicht vollständig mit der Behaglichkeit eines Pubs verträgt. Bei »Dick Mack’s« setzen Schuhcreme und Leder noch eins drauf. Ich finde es einfach wunderbar, wenn der örtliche Schuster auf die Idee kommt, dass ihm das nächste Pub zu weit weg ist (auch wenn das Irland nur ein Treppenwitz sein kann) und aus diesem Grund den Laden um einen Tresen erweitert. In Deutschland würde ich gern sehen, wie viele Behörden und Schreibtischtäter sich berufen fühlen, die Auflagen und Bestimmungen zu sammeln, damit ein solches Vorhaben genehmigt wird. Im historisch durch Armut, Hunger und Emigration geprägten Irland geht das. Und ein Guinness schmeckt auch mit vielen Schuhen im Blick. Hier trifft analoges Zalando auf urigen Biergenuss…
… Das Guinness liegt gut in der Hand. Es ist kühl und am Glas perlt das Kondenswasser ab. Ich habe die Hälfte getrunken und muss lächeln bei dem Gedanken an die Interpretation des halbvollen oder halbleeren Glases. Bei einem alkoholischen Getränk stellt sich die Frage gar nicht. Nach einem halben Glas ist die Welt in der Regel in Ordnung. Wir sind beschwipst und lustig. Erst später werden wir berauscht und unkontrolliert. Irgendwann richtig betrunken und wenn wir nicht rechtzeitig aufhören, kann zuviel Alkohol zu Bewusstlosigkeit und Tod führen. Dem geht die Atemlähmung voraus, die etwa vierhundert Milligramm Alkohol auf einhundert Milligramm Blut braucht.
Warum trinken wir bereits seit tausenden Jahren Alkohol, warum nehmen wir Drogen, warum rauchen Menschen? Für ein paar Momente Glück? Für den Rausch oder diese seltenen Augenblicke der Flucht vor der Realität, die doch nur Urängste in sich trägt und uns viel zu oft vor Augen führt, dass sich eine Menge Wünsche und Träume nicht erfüllen lassen? Für den Genuss sind diese großen Fragen nicht gemacht. Ich kann ein Bier trinken und es lecker finden oder nicht. Einen Whisk(e)y ebenso und so weiter. Interessant wird es, wenn es nicht mehr um den Genuss geht. Wenn wir einen Abend mit Saufen zubringen. Dann gibt es alkoholische Abstürze. Momente des Abscheus und des Ekels. Es gibt den Morgen danach, wenn ich mir wünsche, nie wieder Alkohol zu trinken.
Niemals wieder. Manchmal reicht dieser Vorsatz nicht einmal zwölf Stunden. Dann sitze ich vor einem überraschend wohlschmeckenden Yamazaki und frage mich, wie diese Japaner diesen unglaublich runden Whisky zustande bringen.

Einfache BWL – Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit

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Ich stehe in einer Gruppe, in der darüber gesprochen wird, welche Airline sicher ist, wer den besten Service hat und was Flüge kosten. Ich werfe ein, dass ich einmal das Glück hatte, nach Dublin in der Businessklasse zu fliegen, weil ich zu spät zum Check-in kam und man mich der Einfachheit halber ganz vorn hinsetzte. Dabei verschweige ich nicht, dass ich beim Landen völlig hinüber war, weil es dauerhaft und kostenlos Gin Tonic gab. „Normal würde ich mir das gar nicht leisten können“, sage ich noch. Ein Mann sagt: „Businessclass geht ja noch, da kostet der Flug nach New York zum Beispiel zweitausend Euro. Aber in der Firstclass sind es schon sechstausend!“ Da entrüstet sich eine Frau: „Was? Sechstausend Euro für einen Flug?! Das würde ich nie ausgeben! Dafür bekomme ich eine Tasche von Louis Vuitton!!“
Frauen muss man einfach lieben. Sie treffen die mit Abstand sinnvolleren Investitionsentscheidungen.

Iren ist menschlich – nur noch neun Tage!

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»Auf der Überfahrt von Frankreich nach Irland schaukelte die Fähre bedenklich und ich hatte zu tun, dass ich alle Nahrung bei mir behielt. Zur Ablenkung stellte ich mich an die Reling und schaute auf das Meer. Zu mir kam ein Ire, der allen Klischees gerecht wurde: Rote Haare, Sommersprossen und Klamotten aus Tweed und Wolle. Er musterte mich und fragte: »Fahren Sie auch nach Hause?«
Ein Ire bin ich sicher nicht, auch wenn ich optisch als einer durchgehen könnte. Aber im Herzen fühle ich mich diesem Land verbunden. Unsere Schnelligkeit des Digitalen, fernab der Natur ist nicht meine Welt. Ich bin ein analoger Kelte. Fest verwurzelt mit der Erde, nah der Natur. Manchmal kann ich mich zum Himmel recken und nach den Sternen greifen, doch meistens stehe ich im Morast.«