Über mich

Indianer

Als Kind wollte ich die Frau eines reichen Indianerhäuptlings werden. Ich hätte ihm sechs Kinder geschenkt und mit ihnen, unseren drei Hunden und diversen anderen Haustieren wäre ich glücklich gewesen bis zu dem Tag, an dem Old Shatterhand in unserer Indiandersiedlung aufgekreuzt wäre. Dann hätte ich mich ihm an den Hals geworfen, Blutsbrüderschaft geschlossen, meine Kinder geschnappt, Zelt, Hunde, Haustiere und Mann zurückgelassen und bei den Bleichgesichtern wäre ich noch glücklicher geworden. Diese Träume konnte ich in ihren Ursprüngen aber nur zur Faschingszeit ausleben. Später schulte ich auf Rotkäppchen um und bandelte mit dem Wolf an. Wolf aber war Michael aus der Parallelklasse und der war in der Tat schwul, sodass ich mich doch wieder auf das andere Geschlecht konzentrierte.
Damit begannen die Probleme.
Ich schrieb Liebesgedichte, die schlecht, traurig, aber wahr waren. Im Literaturbetrieb verdiente ich mir erste Sporen, indem ich auf dem Pausenhof Liebesbriefe von Jungen aus meiner Klasse zu anderen Mädchen trug und damit zum Gedeihen zarter Bande beitrug. Mir selbst war ein solcher Schritt und noch weniger ein zartes Band nicht vergönnt. Ich blieb der Hermes der unerfüllten Liebe. Meine eigenen Bestrebungen, im Literaturbetrieb sesshaft zu werden, scheiterten mit meinem ersten Liebesbrief, den die Angeschriebene damit quittierte, dass sie eine Freundin zu mir schickte, die sich vor mir aufbaute und sagte: „Danke! Dein Brief war süß. Soll ich dir von Doreen sagen.“ Er war nur süß, zeitigte aber nicht die Wirkung, die ich auf Doreen haben wollte. Ich hatte also die Zielgruppe nicht erreicht. Diverse weitere Rückschläge an der Partnerschaftsfront ließen die Erkenntnis in mir reifen, dass ich in meiner eigenen Welt mehr Erfüllung als im Realen finden würde. Deshalb schaffte ich es, alles in mich hinein zu fressen und die Welt bis zum Jahr 2000 mit schriftlichen Ergüssen zu verschonen. Zudem hatte ich lange Jahre die Worte meiner Deutschlehrerin im Ohr, die von mir im Frühjahr 1992, kurz vor meinem Abitur, forderte: „Tun Sie mir einen Gefallen und werden Sie nie Schriftsteller!“ Bis heute ist unklar, welche Beweggründe zu dieser Aussage führten. Zunächst ging ich der Schriftlichkeit aus dem Wege und arbeitete für ein großes deutsches Dienstleistungsunternehmen im Außendienst. Dieses Unternehmen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es eigentlich immer knapp vor der Insolvenz steht, aber verlässlich das Gehalt am Monatsersten überweist. Im Jahr 2000 machte ich mit allem Schluss. Arbeit, Beziehung, Mahnung der Deutschlehrerin. Das Buch „Ein Mann unter Druck“ erschien. Jedwede Ähnlichkeiten des Protagonisten mit mir streite ich entweder ab oder lasse sie unkommentiert. Angeblich hat jemand meiner Deutschlehrerin ein Exemplar des Buches zukommen lassen. Eine Stellungnahme ihrerseits erfolgte bis heute nicht. Ich weiß nicht, ob ich darüber traurig oder froh sein soll.

Seit dem Jahr 2002 arbeite ich als selbständiger Unternehmerberater und Coach. Inzwischen erstreckt sich die Arbeit auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ich pendle zwischen Lausanne, Wien und Leipzig, treffe dabei auf sehr inspirierende und interessante Menschen, freue mich aber, wenn ich wieder zu Hause bin und meine Liebsten in die Arme schließen kann.

Von mir erschienen bisher die Bücher „Kap der guten Hoffnung“ (2003), „Wunder sind weiblich“ (2006), „Eine endliche Geschichte vom unendlichen Leben“ (2009), „Terra Femina“ (2009) und gemeinsam mit Ophelia Hansen der E-Mail-Roman „Spatzenmuse“ (2010). Im Jahr 2012 erschien ein Beitrag von mir zum Thema „Geld“ in der „edition caput“ des adakia Verlags.

Im Januar 2013 erschien der Fortsetzungsroman von „Spatzenmuse“. Er heißt „Wankelmuse“ und es hat mir wieder sehr viel Freude bereitet, diesen E-Mail-Roman gemeinsam mit Ophelia Hansen zu schreiben. Ich finde, dass wir ein richtig gutes Team geworden sind. Ich habe schon überlegt, ob wir nur noch gemeinsam schreiben, aber das Pseudonym Iny Lorentz war schon weg.

Im Frühjahr 2014 erschien das Buch „ironisch“ und im Januar 2015 folgte das Buch „Iren ist menschlich“. Das erste Buch ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, Stories, Erzählungen … die Übergänge sind in diesem Genre zu fließend, um es einzugrenzen. Hier versammeln sich die Blog-Einträge der letzten Jahre zu einem gedruckten Band.

Im Dezember 2013 erschien die 2. Auflage der edition caput. Ich freue mich, dass ich die Lektorin mit einem Beitrag überzeugen konnte und neben anderen Thüringer Autoren wieder mit dabei bin.

Im Jahr 2015 erschien ein echtes „Herzensbuch“ – „Iren ist menschlich“ – meine Liebeserklärung an Irland. Ein Buch, das kein Reiseführer ist, aber doch Reisen beschreibt. Ein Buch, das kein Tagebuch ist, aber doch viele Gedanken enthält. Es geht ums Aufbrechen und Ankommen, um Veränderungen und um das, was wir vom Leben erwarten und erhoffen können. Ein sehr subjektiver Blick auf Irland, nachdenklich und persönlich.

Im Dezember 2016 erschien meine Geschichte „It’s good to be alive in Colma“ in der edition caput III – Trauer, Abschied und Neubeginn.

Bereits seit Anfang 2017 arbeite ich mit Katharina Wilke, einer ganz bezaubernden, aber durchaus auch strengen Lektorin und Romancoach(in) zusammen. Wir bearbeiten meine Romanprojekte, vor allem „Geradewegs ins Paradies“. Ich freue mich sehr über ihren Input und ich bin mir sicher, dass wir 2018 einen richtig guten Roman präsentieren werden.

Ich werde öfter gefragt, wie ich es überhaupt schaffe, Bücher zu schreiben. Nun, es ist ganz einfach. Ich bin ein schlechter Fernseher. Talkrunden kann ich gefühlte drei Minuten anschauen, bis Wut in mir aufsteigt. Die guten Filme schaue ich meist im Kino. Schreiben ist für mich Entspannung, Ruhe und Freude. Es gibt keine schönere Möglichkeit für mich, in der ich meine Gedankenwelt frei entfalten kann. Ich weiß nicht, ob es je eine größere Menge Menschen geben wird, die sich für das Ergebnis meiner Schriftlichkeit interessieren werden. Ich weiß aber genau, was mir diese Arbeit gibt. Es ist ein Stück Erfüllung.
Besonders groß ist die Freude, wenn ich zu Büchern ein herzliches Feedback bekomme. Ich war zum Beispiel sehr gerührt und erfreut, als mir ein (männlicher!) Leser der „Spatzenmuse“ sagte, er habe nach dem Lesen einer Mail von Max erst einmal eine rauchen müssen, weil ihn diese Passage so sehr mitgenommen habe. Ich will nicht zum Handlanger der Tabakindustrie werden. Wenn ich es aber schaffe, jemanden nur mit meinen Worten aufzuwühlen und eine Figur so glaubhaft zu zeichnen, freut mich das ungemein und ich habe neben meinem ganz persönlichen Nutzen des Schreibens eine große innere Zufriedenheit.

Es gibt auch Momente, in denen Schreiben etwas völlig lapidares schafft: Mich zu unterhalten und zu belustigen. Wenn ich an „Neues aus Witzwort“ denke, dann ist es wirklich so, dass ich beim Schreiben lache. Und wenn ich später auf diese Schreibübung schaue, kann ich wieder lachen. Das reicht mir auch.

Und weil mir das Schreiben soviel gibt und es immer wieder LeserInnen gibt, die mir ein schönes Feedback geben, möchte ich vor allem euch danken: meinen Lesern.

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