Partner-TÜV

Es ist wahrscheinlich das schönste Licht der Straße, das in meinen Laden fällt. Ganz gleich, ob die Sonne scheint oder nicht. Immer kann ich mit einem Lächeln die Tür aufschließen, die Rollos hochziehen und mich an meinen Schreibtisch setzen. Dann schalte ich die Musikanlage ein und Jazz erfüllt den kleinen Raum mit Leben. Schon seit neun Uhr habe ich heute geöffnet und noch hat niemand einen Fuß in mein Geschäft gesetzt. Gegenüber, in den Gemüseladen sind schon zig Leute spaziert und auch zum Bäcker und Fleischer weiter die Straße runter. Bei mir schauen sie neugierig herein, studieren meine Werbung und gehen dann weiter.

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Mein Schild »Partner-TÜV« hat bislang eher abschreckende Wirkung, denn anziehende. Letzte Woche kam ein junger Mann zu mir und fragte nach dem Weg zum Marktplatz. Ich erklärte ihm alles und konnte ihm noch einen Flyer in die Hand drücken. Ich weiß nicht, ob er ihn in die nächste Mülltonne geworfen hat oder nicht, aber nicht ohne Stolz besah ich den um ein Faltblatt dezimierten Haufen vor mir. Der erste Schritt war getan und schon bald würden mir die Kunden die Tür einrennen. Vorgestern war endlich der zweite Kunde meines noch jungen Unternehmens bei mir. Obwohl er zu Beginn natürlich noch nicht wusste, dass er mein Kunde sein würde. Er kam zunächst in der irrigen Hoffnung, mir einen neuen Telefonanschluss verkaufen zu können, doch nach einer Weile sprachen wir über die Beziehung zu seiner Freundin. Leider wurde es ihm mulmig und er packte flink seine Sachen zusammen und ging mit der Begründung, er habe noch eine Menge zu tun. Schließlich werde er nach Abschlüssen bezahlt und nicht nach verbrachter Zeit pro Kunden. Es wurde zwar kein Auftrag, aber immerhin habe ich das zweite Werbefaltblatt an den Mann gebracht.
Zu Beginn meiner Überlegungen war ich unschlüssig, ob ich den Schritt in die Selbständigkeit wagen sollte. Schließlich habe ich ein paar Bekannte, die in dieser Daseinsform des Broterwerbs nicht unbedingt einen glücklichen Eindruck machen. Zudem arbeiten sie überdurchschnittlich viel und riskieren dabei die eigene Gesundheit und Familie. Aber ich dachte mir, dass meine Idee genau das ist, worauf die Menschen warten. Nun ist es gemeinhin so, dass die klügsten Ideen immer auf die dümmste Umgebung treffen, doch in meiner Vorstellung musste es einfach klappen. Zudem sagte mir die Dame vom Arbeitsamt, dass ich für neun Monate eine Förderung bekäme. Das war mehrfach bedeutsam. Zum einen sind neun Monate eben genau die Zeit, die auch ein Menschenleben im Mutterleib braucht, um zu reifen und als kleines Wesen zur Welt zu kommen. Und zum anderen gab mir das Geld vom Amt die nötige Sicherheit, um mein Projekt innerhalb dieser Frist zum Erfolg zu führen.
Es ist mir also klar, dass nicht alles gleich zu Beginn klappt. Insgesamt habe ich noch reichlich Zeit und Gelegenheit, mein Unternehmen am Markt zu etablieren. Und wenn es nach der Zeit der Förderung nicht geklappt hat, dann packe ich eben zusammen, bewerbe mich mit meinen alten Qualifikationen und sage allen, ich hätte Zeit für Ruhe und Selbstfindung gebraucht. Das kommt nicht mehr so weich rüber wo früher, wo man noch bis zum finalen Umfallen seinen Mann stehen musste.
Es hat auch etwas Gutes, dass nicht so viele Kunden in mein Geschäft kommen und mir alle entstehenden Unkosten von Vater Staat bezahlt werden. Denn so kann ich jeden Morgen in Ruhe einen Kaffee trinken, in diversen Zeitungen und Zeitschriften lesen, ja sogar in Büchern stöbern, wenn mir so ist. Das Geld dafür habe ich zur freien Verfügung. Insofern ist der fehlende Kundenzuspruch auch eine kleine ausgleichende Gerechtigkeit. Schließlich werde ich die gesamte Zeit von Steuergeldern finanziert, warum sollten die Steuerzahler dann noch einmal zu mir kommen, um mir eine Art Zusatzprämie zu zahlen, wo es jeder von ihnen bereits tut? Das eigentlich Kostbare am ganztägig leeren Geschäft ist die Zeit, die mir zur Verfügung steht, um mich auf das Gegenteil vorzubereiten.
Natürlich habe ich auch einen Gedanken daran verschwendet, wo mein Unternehmen gegründet werden soll. Ich bin auf Laufkundschaft angewiesen, auf jenen lichten Moment, in dem der Passant gleich einem Pilger vor meinem Schaufenster steht und sein Leben Revue passieren lässt. Dann muss ich ihn greifen und sodann ihn und seinen Partner wieder auf den Pfad der Tugend zurückführen. Und was eignet sich dafür besser, als die Geraer Fußgängerzone, die zwar im Wesentlichen ausgestorben ist, aber vor allem »SORGE« heißt? Wenn es hier nicht ein sorgenvolles Leben gibt, wo dann? Außerdem schienen mir die Eingeborenen mit ihren missmutigen Gesichtern und dem offen zur Schau getragenen Pessimismus, dem dauerhaften Maulen und Nörgeln genau die rechte Zielgruppe, um meine lebensbejahende Geschäftsidee zu gebären.
Die Organisation in meinem Unternehmen steht inzwischen komplett. Das eigene Zeitmanagement auch. Die Briefbögen sind da, die übrigen Werbemittel, es gibt eine Homepage, ja und nicht zuletzt sind schon zwei meiner Flyer verteilt. Die restlichen viertausendneunhundertachtundneunzig werde ich gewiss auch noch los.
Die Dame vom Arbeitsamt sah sehr kritisch drein und ihre Stirn, die sich wirklich bedenklich über ihren geschulten Augen zusammenzog, glühte stark, als sie mein Unternehmenskonzept überprüfte.
»Ich weiß ja nicht, Herr Paul. Glauben Sie, dass das etwas wird?« Sie führte eine Tasse Tee zum Mund und nahm einen kaum vernehmbaren Schluck.
»Warum denn nicht?«, fragte ich erstaunt.
»Weil so ein Partner-TÜV nicht gerade das ist, was die Leute freiwillig nutzen. Die meisten Beziehungen gehen in die Hose, dann wird sich getrennt und man geht maximal zum Anwalt und schließt eine Scheidungsfolgevereinbarung. Wenn die Paare nicht verheiratet sind, trennen sie sich einfach so und müssen sich nur noch um den Verbleib von Kindern, Möbeln und Haustieren kümmern.«
Gerade will ich mit erklärenden Worten einsetzen, da ereifert sich die für Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit zuständige Dame für die Buchstaben M bis P erneut.
»Wer geht denn freiwillig irgendwohin, um prüfen zu lassen, ob er noch der richtige Partner ist oder was er tun könnte, um es wieder zu werden? Und wer kommt schon auf die Idee, sein Leben zu hinterfragen? Die Leute sind doch alle in ihren Mühlen und zum Teil sind sie auch sehr froh darüber. Das gibt ihnen Sicherheit und das ist schlussendlich entscheidend.«
Wieder ein Schluck Tee hinterher, als wäre dieser ein fernöstliches Elixier, das ihr all diese Weisheiten einflößt. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn ich vorher meinen Namen geändert hätte. Klein oder Renz, Sauerbier oder Kaufhold. Irgendetwas, das nicht zwischen M und P liegt. Dann hätte ich möglicherweise vor einer Dame gesessen, die etwas anderes trinkt und meiner Idee gegenüber aufgeschlossener wäre. Frau Embispe aber meint, sie habe den Schlüssel des Universums in ihrer Schreibtischschublade gleich neben dem Radiergummi und ihrer Handcreme liegen.
»Sind Sie eigentlich glücklich?«, frage ich mit für solche Fälle geübter Stimme.
Sie ist einen sehr langen Moment erstaunt, erholt sich aber, womöglich um gedanklich wieder schnell in das erwähnte Laufrad einzusteigen, aus dem ich sie gerade mit Macht gezogen habe.
»Wissen Sie, Herr Paul, ich glaube nicht, dass mein persönliches Glück heute Gegenstand unseres Gesprächs ist.«
»Dann sind Sie also nicht?«, frage ich so logisch wie schelmisch.
»Was ist denn das für eine Logik? Weil ich nicht mit Ihnen darüber reden will, heißt es noch lange nicht, dass ich es nicht bin.«
»Sie könnten es aber, wenn Sie es wären. Und dass Sie eben nicht darüber reden, legt den Verdacht nahe, dass Sie es nicht sind. Und verstärkt wird es dadurch, dass Sie sich jetzt immer noch vehement dagegen wehren.« Ich komme in Fahrt.
»Und gerade weil wir diese Unterhaltung führen, erbringen Sie selbst den Beweis, dass mein Unternehmen Erfolg haben wird. Sie sind unglücklich, und wenn Sie den Panzer Ihres Beamtendaseins nur durchbrechen und sich als verletzliche und unglückliche Frau zu erkennen geben könnten, dann wären Sie schon meine erste Kundin.«
Meine Kehle wurde trocken. »Ach, darf ich etwas von Ihrem Tee haben oder ein Glas Wasser?«
»Sie werden langsam unverschämt! Es geht mir gut und damit beenden wir die Unterhaltung. Ein Glas Wasser brauchen Sie nicht mehr; Sie können gehen. Ich genehmige Ihren Antrag. Sehen Sie bitte bloß zu, dass Sie verschwinden.«
Ein wahres Mekka von unglücklichen Menschen, so ein Amt. Während ich durch die Gänge zum Fahrstuhl gehe, sehe ich in ein paar geöffnete Zimmer hinein und ernte wieder und wieder dieselben Blicke. Soll ich sie Laufradblicke nennen? Oder besser glücksferne Augenblicke? Auf jeden Fall gleichen sie einander sehr, und wenn ich schon meine Drucksachen gehabt hätte, hätte ich diese ordentlich verteilen können.
Ich habe in jenem Amt niemanden zum Glück verholfen. Frau Embispe schon mal gar nicht. Vielleicht aber einen, nämlich mich. Zumindest für die nächsten neun Monate.
Ich lese gerade in einer Zeitschrift, in der wieder einmal die üblichen Probleme der Geschlechter gewälzt werden. Das Für und Wider, manchmal eine geistreiche Zeile, oft aber nur das nervende Gerede mit der einen oder anderen Anekdote oder einem Witz, über den niemand mehr lachen kann. Hach, der Markt für mein Geschäft ist da. Ich spüre es genau. Zum Dank für die Bilder, die sich in meinem Kopf wohlig ausbreiten, ernte ich einen besonders wärmenden Sonnenstrahl, der eine Weile auf meiner Stirn bleibt. Meine innere Einkehr wird jäh unterbrochen, als eine Frau in der Tür steht.
»Guten Tag«, sagt sie vorsichtig.
»Hallo, kommen Sie doch rein«, sage ich, während ich merke, wie sich das Gefühl in mir breitmacht, das ich hatte, als ich in der Schule unvorbereitet an die Tafel musste. Leere in meinem Kopf, Schweiß in meinen Handflächen und mein Puls schlägt so stark, dass ich ihn hören kann.
»Haben Sie einen Moment für mich Zeit?«, fragt sie auch noch.
Inzwischen steht sie vor mir und nur mein Schreibtisch trennt uns. Sie ist in meinem Alter, hat ihre langen, braunen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, ihre Haut ist gerötet, die Augen wirken gehetzt. Immer wieder blinzelt sie, sodass ich erst spät sehen kann, dass sie braune Augen hat. Ihre Jacke hat sie über die Rückenlehne des Besucherstuhls geworfen, als will sie mir damit zeigen, dass sie vorhat, länger zu bleiben.
»Ja, natürlich. Gern habe ich Zeit für Sie. Sebastian Paul«, sage ich und reiche ihr meine Hand.
»Ach ja, hallo. Ich bin Martina Rother.«
»Also, Frau Rother, was wollen Sie denn mit mir besprechen?«
»Es geht um meinen Mann!«, sagt sie nun sehr bestimmt, fast resolut.
»Aha«, sage ich, ohne zu wissen, warum. »Setzen Sie sich doch bitte«, sage ich und zeige mit meiner Hand auf den Stuhl, über dem ihre Jacke hängt. Sie folgt meiner Bitte und sagt: »Wir müssen etwas mit ihm anders machen, sonst verlasse ich ihn.«
Wie klassisch! Ich freue mich darüber, wie sie gleich auf den Punkt kommt, muss aber noch etwas klarstellen.
»Wir können ihn aber nicht in seiner Abwesenheit ändern. Wenn Sie etwas an ihm stört, können wir sicher über ihren Umgang mit diesen Dingen reden oder ich kann Ihnen Kommunikationsmittel an die Hand geben, wie Sie rein kommunikativ mehr erreichen als bisher. Aber ihn ändern, das geht leider nicht.«
Sie schaut mich fragend an und ihre Stirn ist dabei eine einzige Falte.
»Aber Sie haben doch Partner-TÜV an der Tür stehen!«
»Natürlich. Das sind Sie schließlich auch. Ein Partner.«
»Ach, so meinen Sie das.«
»Wie denn sonst?«
»Ich dachte, es ginge um meinen Partner und nicht um mich.«
»Um Ihren Partner geht es natürlich. Aber wir brauchen ihn nicht dafür. Wir können bei Ihnen Dinge verändern, um Ihre Sicht auf ihn zu ändern. Glücklich können Sie danach in jedem Fall werden. Ich kann nur nicht garantieren, ob mit oder ohne ihn.«
Sie schaut mich fragend an. Ihr Gesicht ist inzwischen versteinert und die Haut stark gerötet. Es wird Zeit zu beginnen.
»Was fühlen Sie, wenn Sie an Ihren Partner denken?«, frage ich vorsichtig.
Gleich platzt ihr Kopf. Sie brüllt mich an. Von null auf hundert, ach was, auf tausend.
»Ich bin wütend!«
»Soso. Wütend sind Sie also. Und worauf genau sind Sie wütend?« Ich freue mich, dass ich so eine Art Therapeuten-Tremolo getroffen habe. Doch es wirkt nicht.
»Auf ihn natürlich. Er hört nicht zu! Er sieht mich nicht mehr! Ich bin selbstverständlich für ihn! Er liebt mich nicht mehr!«
Ihr Stakkato ist beendet, der Kopf ist noch immer rot. Sie schaut mich eine Nuance milder an, das Rehlein hinter den braunen Augen könnte es also geben. »Aber sagen Sie mal, sind wir hier schon in einer Beratung? Kostet das jetzt bereits Geld?«
»Nein, noch sind wir im Vorgespräch. Wollen Sie mich denn beauftragen?«
»Ich weiß nicht so recht. Es macht mich unsicher, zum TÜV zu gehen, ohne den dabei zu haben, um den es geht. Ich gehe ja auch nicht zum normalen TÜV ohne mein Auto.«
Sie sieht mich abwartend an. Das Reh wird zur Löwin. Leise wachend, wissend und jederzeit zum Sprung bereit. Diese Arbeit als Partner-TÜV birgt echte Gefahren. Frau Rother ist gefährlich, aber sie ist vor allem wunderschön und ich habe für einen Moment Mühe, meine Neutralität als Kontrolleur zu wahren. Aber, um ihr Bild des Autos aufzugreifen, findet so ein Monteur das Auto des Kunden nicht auch dann und wann schön?
»Ich muss vielleicht mit einem Missverständnis aufräumen«, beginne ich so neutral wie nur möglich, »ob Sie den richtigen Partner haben oder nicht, hat viel weniger mit ihm zu tun, als Sie vielleicht denken. Im Grunde ist es doch Ihre Entscheidung. Sie haben es jederzeit in der Hand, sich zu überprüfen, ob es der ideale Partner für Sie ist oder nicht. Wenn er das umgekehrt auch meint, ist das natürlich toll, aber in erster Linie interessiert uns doch, ob Sie etwas für ihn empfinden und wenn ja, was genau. Wenn wir das zufriedenstellend geklärt haben, können wir uns gern auch ihm zuwenden.«
Ich schaue sie an und kann ihre Verwirrung nicht nur fühlen. Sie schwirrt sichtbar wie ein Nebel um uns herum.
»Aber meist ist das dann nicht mehr notwendig«, doziere ich mit dem Erfahrungsschatz eines Erleuchteten, der ich natürlich gar nicht bin. Doch sie ist so sehr mit sich beschäftigt, dass sie meine Unsicherheit nicht bemerkt.
»Er ist ein Arsch«, sagt sie kurz und knapp.
»Lieben Sie diesen Arsch?«, frage ich vorsichtig.
»Darum geht es doch gar nicht!«
»So, worum geht es denn dann?«
»Darum, dass er mich als Selbstverständlichkeit behandelt, nicht mehr aufmerksam ist, vor sich hin schweigt und überhaupt die Luft bei ihm raus ist!«
»Nur bei ihm?«
»Wie, nur bei ihm?«
»Sehen Sie, Frau Rother«, ich merke, dass ich etwas in der Stimme zittere, »es ist so, dass Sie mir weder gesagt haben, ob Sie ihn lieben, noch, ob Sie ihn auch selbstverständlich finden.«
Sie schaut mich an, nun ist das Raubtier offenkundig präsent und hat im Hintergrund Bambi gefressen. Einfach so, kurz und knapp.
»Sie verstehen mich einfach nicht, Herr …« Sie sucht auf meinem Tisch herum. Mit ihren Augen, dann mit den Händen. Sie findet meine Visitenkarte, hätte aber auch fragen können. »Herr Paul!«
Dann greift sie zu ihrer Jacke, steht auf, wirft sich die Tasche über die Schulter und geht zur Tür. »So wird das nichts, Herr Paul! Es geht hier um meinen Mann, nicht um mich!« Wumms! Die Tür ist in jedem Fall geschlossen und über mangelndes Engagement wird sich der an ihr nicht mehr interessierte Mann womöglich nicht beschweren können. Vielleicht zieht er sich aber gerade deshalb von ihr zurück. Ich werde es wohl nicht erfahren.
War das nun meine erste richtige Kundin oder nicht? Aus Sicht der Finanzbehörde ganz sicher nicht, denn es gab keine Einnahme. Aus Sicht des Marketings? Wohl kaum. Lag es an mir oder an ihr? Hätte ich strategisch handeln und auf ihre Forderung eingehen sollen, ihren Mann in Abwesenheit zu kurieren, auf dass er es mit dem Hausdrachen in Zukunft wieder aufnähme? Ein schales Geschäft. Womöglich haben Unternehmer mit Werten aber auch gar keine Chance. Wer weiß. Ich greife zur Zeitung und lese weiter. Das wird ein schweres Leben, so als Unternehmer.
Wumms! Die Tür wird aufgerissen und Frau Rother steht mit hochrotem Kopf in ihr. Sie zeigt mit ihrer rechten Hand auf mich und brüllt:
»Und von so einer beschissenen Geschäftsidee habe ich noch nie gehört! Es liegt an ihm, merken Sie sich das!«
Während sie die Tür wieder geräuschvoll schließt, dass meine Bilder an den Wänden wackeln, nehme ich mir die Zeitung her und denke an den armen Kerl.

1 Kommentar zu „Partner-TÜV“

  1. Einfach wieder grandios!

    Diese Formulierung ist zum NIEDERBRECHEN!
    Danke für diese schönen Momente – mein Sonntag ist gerettet!

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