Die Frau fürs Leben

Männer über dreißig leben in der Regel ungefährlich. Das konnte auch Elias Pressler bestätigen. Er arbeitete von früh bis spät als Versicherungsvertreter und führte ein, wie man so sagt, normales Leben. Über sein Einkommen konnte er sich nicht beklagen, seine Redekunst und der Glaube der Menschen an die Risiken des Lebens ließen ihn viele Abschlüsse machen und dadurch jedes Jahr sein Einkommen steigern. Inzwischen war es soweit, dass er schon allein von den Bestandsprämien gut leben konnte. Seine Wohnung lag im besseren Viertel der Stadt, unweit des Stadtwaldes, aber auch nicht zu weit entfernt bis zum Zentrum. Auf dem sehr großen Balkon seiner Eigentumswohnung konnte er die Abendsonne genießen und auf den Wald schauen, bis die Sonne hinter ihm unterging.
Natürlich wohnte Pressler allein. Selbstverständlich führte er ein Leben als Single. Nur dadurch hatte er die Zeit, seinen trainierten Körper zu bewahren, ihn durch ausgedehntes Training weiter zu modellieren und ganz für sich die knappe Freizeit zu genießen. Es gab einige, durchaus attraktive Frauen, die seinem klaren Blick aus blauen Augen nicht widerstehen konnten. Sie erlagen auch seinem breiten Interesse für Kunst, Literatur und Kultur, seinen guten Manieren und dem Gespür für ein gutes Restaurant. Seinem Charme sowieso und so landeten sie dann und wann auch in seinem Bett, in dem sie sich sehr erregt zeigten und bisweilen artistisches darboten. Ein gewisses Überengagement konnte Pressler immer wieder feststellen und es passte gut zu seiner Voreingenommenheit, dass er schließlich als heiratsfähiger, nicht unvermögender Mann ein geradezu ideales Objekt weiblicher Begierde war. Zu allem Überfluss hatte er beim Akt mit Frauen in seinem Alter das Gefühl, als würden sie gerade ihren Eisprung herbeizaubern, um sein als sehr gut eingeschätztes Erbgut zu vereinnahmen. Doch er ließ sich davon nicht anstecken, achtete peinlich genau auf verhütende Maßnahmen und genoss so gänzlich folgenlos ausschweifende Nächte.
Auch wenn ihm eine Frau wirklich einmal richtig gut gefiel, blieb er standhaft und allein. Es zog ihn mehr dazu, die wechselnden Temperamente seiner Partnerinnen zu erleben. Da waren die gut erzogene, von Träumen zehrende, leise wimmernde Hingabe wie auch das mühsam unterdrückte, aber umso stärker hervorbrechende Stöhnen oder das zwanglose Schreien einer selbstbewusst ihr Recht fordernden Frau. Ein unglaublich reichhaltiger Markt der sinnlichen Freuden, aus dem er sich immer das beste Angebot auswählen konnte. Ganz gleich, ob die Frauen grazil und schlank waren oder etwas kräftiger gebaut, mit schweren Brüsten und weichen, sich anschmiegenden Formen. Pressler war ein Muster zwischenmenschlicher Toleranz und wählte aus dem Blumenstrauß der Möglichkeiten immer die Blüte, deren Duft ihn am stärksten anzog.
Natürlich wich er einer festen Bindung aus. Auf seiner inneren Waage hätten all die Einschränkungen und Verpflichtungen ein zu großes Ungleichgewicht gebracht. Viel lieber schaute er sich die Körper der Frauen an. Nutzte dabei auch diese kleinen Gelegenheiten beim Anstehen an der Kasse, in der Straßenbahn oder beim Konzert, um einen Blick auf ein winziges Detail zu erhaschen, eine ganz besondere Note einzuatmen oder den visuellen Reiz als Ausgangspunkt für einen angenehmen Tagtraum zu nutzen.
All diese Körper, die es zu entdecken gab, diese vielen Gelegenheiten die sich boten. Es war ein wahrer Schatz in einem Leben, das sonst nur Termine und zielgerichtete Gespräche beinhaltete. Gern blickte er auch den jungen Frauen aufs gerade reifende Antlitz. Die Versprechungen, die noch ganz zart im Wachsen waren, die Sehnsüchte, die immer unterdrückt bleiben werden und das Verlangen, das viel zu oft von den Falschen zu stillen versucht wird. Pressler schaute genau hin und war sich sicher, all das erkennen zu können.
Dann kam dieser Tag im November. Ein Kundentermin führte ihn zum ersten Mal in seine Geburtsstadt. In die Stadt seiner Kindheit und Jugend. Ein durchaus lohnender Termin mit einem guten Vertragsabschluss ermöglichte die weite Reise. Weil er lieber zu früh als zu spät bei seinen Kunden war, traf er über eine Stunde vor dem vereinbarten Termin ein. In seiner Erinnerung waren nur noch schemenhafte Bilder dieser Stadt und so beschloss er, nach langer Zeit wieder einmal durch deren mittelalterliches Zentrum zu laufen. Durch die engen Gassen, auf dem bei nassem Wetter immer glitschigen Pflaster und vorbei an den alten Türmen und Mauern. Hatte er unter dem Torbogen beim Park damals nicht dieses Mädchen geküsst? Wie hieß sie doch gleich? Es wollte ihm einfach nicht einfallen. Trotzdem genoss er die Zeit und die Erinnerungen, die langsam in ihm hochstiegen. Bruchstückhafte Filme mit ihm als Halbwüchsigen. Dramen, Komödien und Abenteuer spielten sich vor seinen Augen ab. Bei den meisten Szenen konnte er lächeln. Einfach unglaublich, wie lang das alles schon her war. Zwar war er diesen Wegen, den Bildern und der Stadt entwachsen. Sein Blick war nicht mehr der eines jungen Mannes, aber dieses zarte Kribbeln in seinem Bauch erinnerte ihn an sich selbst, damals unter dem Torbogen mit dem Mädchen ohne Namen.
Alle Träumerei konnte er schnell vergessen, wenn es um seine Arbeit ging. Er sah auf die Uhr. Der Termin rückte näher. Schnell ging er auf dem plötzlich wieder sehr vertrauten Weg zurück. Bevor er auf die Straße einbog, in der sein Kunde wohnte, kam er an der Bibliothek vorbei, die er noch aus Kindertagen kannte. So viel Zeit musste einfach sein! Und als er nach dem Eintreten in diesen engen Räumen stand, da konnte er sogar die Zeit vergessen. Die Bibliothek war sehr klein und gedrängt. Die Regale reichten bis an die Decken und überall in den Gängen umwehte ihn dieser Duft von alten Büchern, der Weihrauch verborgenen Wissens. Die alte Frau hinter dem Tresen kannte er. Sie war im Gegensatz zu ihm kaum gealtert. An ihren Namen erinnerte er sich nicht, aber er konnte sich sofort besinnen, wie sie ihm die Bücher seiner Kindheit überreichte. Ja, er las damals wirklich viel. Heute natürlich auch noch. Und weil ihn wieder einmal dieses unstillbare Verlangen nach Büchern überkam, bewegte er sich langsam durch die Reihen. Verträumt strich er mit den Händen über die Buchrücken der zumeist alten Bände, und mit geschlossenen Augen atmete er tief ein. An einem Buch blieb er hängen. Er blieb davor stehen und nahm es aus dem Regal. Es war ein gar nicht so altes, aber doch schon verblichenes mit starken Gebrauchsspuren. Auf der ersten Umschlagseite war eine Liste angebracht, auf der die Daten der letzten Ausleihen gestempelt waren. Es gab nur ein paar wenige Stempel. Zuletzt wurde das Buch vor knapp einem Jahr ausgeliehen. Erst beim weiteren Blättern entdeckte Pressler, dass es ein Bildband war. Bilder eines völlig unbekannten Malers. Er blätterte weiter und traute seinen Augen kaum. Mit einem wunderbaren Gefühl für das Licht hatte der Maler junge, nackte Frauen gemalt, die mal schliefen, mal verführerisch auf den Betrachter schauten oder aber in sich versunken vor einem Fenster standen. Andere kämmten sich ihre Haare, wieder andere badeten sich. Pressler durchflutete ein seltsames Gefühl der Aufgewühltheit. Er war ein Mann über dreißig, hatte schon viele Frauen nackt gesehen, aber trotzdem faszinierten ihn die Bilder in diesem Buch. Möglicherweise war diese Aufregung aber nur das notwendige Vorspiel für das Bild, das er dann sehen sollte. Eine junge Frau saß in einem Sessel. Ihr makelloses Gesicht schaute direkt auf Pressler und es wurde sanft gestreichelt von langen, blonden Haaren. Ungezähmt fiel das Haar auf ihre Schultern und gab gerade noch eine Ahnung der zarten Schwingung ihres Schlüsselbeins preis. In ihrem Blick lag etwas Herausforderndes, vielleicht sogar Gebieterisches. Die großen, blauen Augen waren direkt auf Pressler gerichtet. Sie sagten ihm etwas. Pressler verstand es zwar nicht, aber ihm wurde warm. Die stolze Frau trug ein dunkles Kleid, das ihren Körper streichelte. Ihre langen, nackten Beine hatte sie übereinander geschlagen und er konnte sie atemlos bewundern. Vor seinem inneren Auge spielten sich traumhafte Szenen mit dieser Frau ab. Er sah sich schon neben ihr stehen, sie ganz langsam entkleiden und dann nach allen Regeln der Kunst verführen.
Pressler schlug das Buch zu, klemmte es sich unter den Arm und holte tief Luft. Seinen Bibliotheksausweis hatte er schon lange nicht mehr, aber irgendwie musste es gehen.  Die Dame hinter dem Tisch am Eingang war alt und die Gemeinde arm. Es konnte unmöglich Überwachungskameras geben. Also verstaute er das Buch in seiner Tasche, schlenderte noch ein wenig durch die Regale, auch wenn es ihm nun sehr schwer fiel, verabschiedete sich von der alten Frau und ging. Den Termin konnte er nun nicht mehr wahrnehmen. Er holte sein Handy aus der Tasche und sagte seinem Kunden ab. Sie vereinbarten einen neuen Termin und so konnte er sich schnellen Schrittes auf den Weg zu seinem Auto machen.
Zuhause angekommen, legte er den Bildband vor sich hin und betrachtete sie immer wieder aufs Neue. Stunden verbrachte er nur damit, in ihre Augen zu schauen oder jeden Millimeter ihrer Haut mit Blicken zu vermessen. Aufmerksam durchstöberte er das gesamte Buch und war überglücklich, als er den Namen der Frau finden konnte. Amelie. War es nun ihr richtiger Name oder lediglich der frei gewählte Name für ein Model, das sich der Künstler nicht merken konnte? In den folgenden Tagen nahm sich Pressler eine Auszeit. In ganz ruhigen Stunden saß er versonnen vor dem Bild von Amelie und wenn er die Hände wieder frei hatte, suchte er im Internet nach Spuren des Malers und seiner Schönen. Sie war bereits Bestandteil seines Lebens, aber ihr wahres Gesicht konnte er einfach nicht finden. Nach drei Tagen wurde aus Leidenschaft Verbitterung, aus Hoffnung Verzweiflung. Nirgends tauchte der Name des Malers auf und auch von Amelie fand sich keine Spur. Er konnte das Buch anfassen, es an sich drücken, aber tatsächlich existierte die für ihn nicht. In seiner Verbitterung fuhr er zurück in die Stadt, in der er Amelie kennen gelernt hatte.
Er betrat die Bibliothek und in seiner Tasche lag das Buch. Die alte Dame hinter dem Tresen lächelte ihn fast mütterlich an.
»Wollen Sie das Buch nun zurückgeben?«
»Sie haben es bemerkt?«
»Natürlich habe ich das. Ein Mann, der so aufgewühlt meine Bibliothek verlässt, hat kein Kochbuch dabei.«
»Ich bin gekommen, um es Ihnen zurück zu geben«, sagte er ihr und legte es direkt vor sie.
Sie strich darüber, der dunkelrote Leineneinband fühlte sich sehr vertraut an. »Wollen Sie es wirklich zurückgeben? Mir scheint, Sie sind ein wenig unsicher, oder?«
Pressler erstarrte. Irgendetwas stimmte nicht mit dieser alten Frau. Sie schien etwas zu wissen. Sie musste Amelie kennen, ganz einfach!
»Kennen Sie sie?«, fragte er die Bibliothekarin aufgeregt und erntete ein wissendes Lächeln.
»Ach, wissen Sie, kennen ist nicht das richtige Wort. Sagen wir so: Ich habe eine Ahnung von ihr. Nehmen Sie das Buch wieder mit und kommen Sie doch kurz nach acht vorbei. Dann schließe ich hier ab und zeige Ihnen etwas.«
Der Cappuccino schmeckte nicht, das Bier nicht und auch der notwendige Whiskey wollte nicht schmecken. Pressler saß in einem Cafe und sah wie gebannt auf die Uhr. Die Zeiger bewegten sich nicht. Seine innere Unruhe wuchs immer mehr, aber sie wuchs ohne Zeit. Was wusste die alte Frau? Wie konnte sie wissen, dass er das Buch hatte? Noch einmal strich er über das Bild Amelies. Wieder und wieder sah er sie an. Nur mit ihrer Hilfe schaffte er es. Kurz vor acht erhob er sich, bezahlte und rannte durch die Dunkelheit zur Bibliothek.
Die Frau erwartete ihn bereits. »Kommen Sie mit.«
Sie schloss die Tür hinter ihm ab, dann gingen sie durch die Regale bis zu einer alten Tür. Die Frau schloss sie auf und Pressler folgte ihr durch einen schmalen Gang. Dann gingen sie eine Treppe nach unten und standen schließlich in einem Atelier.
Pressler erstarrte völlig. Diese Wangenknochen, dieser Blick, diese Haare. Sie saß in ihrem Sessel und posierte für den Maler, der hinter der Staffelei stand. Langsam ging Pressler zu Amelie und blieb kurz vor ihr stehen, um sie in ihrer ganzen Schönheit zu bewundern. Der Maler sagte ihr, dass sie den Rock und ihren Slip nun ablegen solle und sie tat es. Pressler stand keinen Meter entfernt vor ihr. Er starrte sie an, wie sie fast nackt vor ihm saß. Sie solle ein Bein über die Lehne legen, meinte der Maler. Und Amelie tat es. Pressler rang nach Atem. Ihre seidigen Schenkel waren zum Greifen nah. Sein Blick heftete sich an ihre Kniekehle und glitt dann gierig nach oben, bis er endlich ihre Scham sehen konnte. Pressler zerbarst fast vor Glück und Erregung. Auf ein weiteres Zeichen des Malers hin zog sich Amelie ihren Pullover aus. Pressler starrte gebannt auf ihre Brüste und verfolgte ihre Atembewegungen.
Wie gern hätte er ihre Haut berührt, sie mit Küssen überzogen. Er war bereit für sie, in ihm pulsierte das Blut und er wollte sie ganz für sich. Er konnte schon diesen feinen, salzigen Geschmack auf seiner Zunge spüren, wenn er an ihren Schenkeln leckte. Konnte schon den Duft ihrer Leibesmitte atmen. Als er einen Schritt nach vorn gehen wollte, hielt ihn die Alte fest und sagte:
»Du kannst Sie haben. Wann immer du willst. Wenn du sie brauchst, ist sie da und schenkt dir alle Freuden, die du möchtest. Doch für jede Stunde, die sie dir schenkt, verfällt dir ein Lebensjahr.«
Es war ein magischer Moment, der keine andere Antwort zuließ. Seine Amelie saß vor ihm und sie konnte ihm gehören, wann immer er wollte. Pressler zögerte keinen Augenblick.
Von da an erschien ihm Amelie, wann immer er es wollte. Dabei war er nicht nur versessen auf ihren Körper, den er ausgiebig kostete und mit dem er viele Stunden verbrachte. Er ging auch mit ihr essen oder ins Theater. Doch er schickte sie auch wieder weg, wenn er seine Ruhe haben wollte. Er hatte die ideale Frau gefunden. Manchmal betrachtete er sie einfach nur, wenn sie duschte. Wie sie ihren Körper einseifte, sich über ihre Brüste strich. Dann trocknete er sie ausgiebig ab, roch ihren Duft, schmeckte sie aus jeder Pore. Er dosierte die Zeit mit ihr sehr genau und lebte und liebte intensiv. Manchmal aber, wenn sie gerade ineinander verschlungen waren, er tief in ihr war und sie sich unter ihm räkelte, spürte er, wie die Kraft aus ihm floss. Sein Begehren konnte das nicht bremsen. Sein Körper verbrauchte mehr Energie als früher und er fand nicht mehr die Kraft für sein Training. Dafür konnte er sich mit Amelie in einen wahren Rausch der Sinne flüchten. Ihr Körper war für ihn jedes Mal ein Reich des Entdeckens. Immer wieder war er ein Quell der Freude und der Lust. Sie gab ihm all das, was er sich von einer Frau je erträumte. Er wurde schwächer und die Zeit mit ihr wurde länger. Seine Welt bestand nur noch aus der sinnlichen Erinnerung an das letzte Treffen und der Begierde für das Nächste. Wie in einem Rausch war Pressler betäubt von den Sinnesfreuden, vergaß die Welt um sich herum und verging immer mehr in der unendlichen Verführung Amelies. Manchmal schaffte er es, sie sich etwas länger als sonst nicht zu sich zu wünschen. Doch dann brach es umso mehr in ihm auf und wie ein gieriges Tier stürzte er sich auf sie und gemeinsam erlebten sie einen Höllenritt der Lust.
Pressler wurde immer schwächer. Er konnte nicht mehr arbeiten, und wenn sich der Schleier über ihn gelichtet hatte, dann sah er auf einer völlig sachlichen Ebene ein, dass er Amelie nicht mehr sehen durfte. Er nahm es sich fest vor und litt dabei wie ein Hund. Er aß nicht mehr und starb viele Tode. Tode der Lust, der Begierde, der Sehnsucht. Ein hitziges Fieber kam über ihn, er röchelte und endlich, endlich gab er nach und wünschte sie sich herbei. Amelie stand wieder vor ihm und befreite ihn von seinen Leiden.
Mit neuer Kraft nahm er sie. Er streichelte ihre Brüste, küsste ihren Hals, biss in ihre Schultern. Er versuchte wieder ihren Duft zu atmen, dieses Salz auf ihrer Haut zu schmecken, aber seine Sinne waren geschwunden. Langsam ließ er von ihr ab. Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er hatte die Schönste von allen, wann immer er sie wollte. Durch sie erlebte er die größte Begierde, die brennendste Lust. Sein Herz krampfte sich zusammen und er versuchte erst gar nicht mehr zu atmen. Amelie setzte sich in seinen Sessel. Sie zog ganz langsam ihren Pullover, ihren Slip und ihren Rock an und verschränkte die Beine. Ganz langsam entfernte sie sich, Pressler schloss seine Augen und ihr Bild verschwamm für immer.

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Monty III

»Wir machen noch fünf Runden zu je drei Minuten. Also, gebt alles, was ihr habt, Jungs!«, ruft unser Trainer.
Ich klettere in den Ring. Der Trainer kommt auf mich zu, ich stecke meinen Zahnschutz in den Mund und er setzt mir den Kopfschutz auf, den Jan vorhin getragen hat. Mein Kopf flutscht hinein wie in einen nassen Handschuh. Kann ich da Blut riechen? Der Geruch nach Angst und Schweiß, in Ordnung. Aber ist das wirklich Blut? Leo steht in seiner Ecke und tänzelt von einem Bein auf das andere. Er schüttelt seine Arme aus und pendelt mit seinem Oberkörper hin und her. Mit seinem Gewicht von siebzig Kilogramm auf knapp einssiebzig ist er ein sehr kompakter, aber athletischer Typ, der seine Kraft explodieren lassen kann. Die Beweglichkeit in den Hüften und sein gutes Auge kommen noch hinzu. Die Deckung ist noch zu verbessern, aber dafür hat er zum einen noch eine Menge Zeit und zum anderen wurde er im Verlauf seiner fünfundvierzig Kämpfe noch nicht so oft gezwungen, seine Deckung zu gebrauchen. Bis auf den einen Kampf gegen Tobias Kammholz, der ihm im letzten Jahr den Weg zur deutschen Meisterschaft versperrte. Ein lupenreiner Leberhaken schickte Leo zu Boden. Seitdem trainierte er noch besessener als zuvor. Er wird es allen zeigen. Im diesjährigen Finale der Südwestdeutschen Meisterschaften traf er wieder auf Kammholz. Er drosch von der ersten Sekunde an auf ihn ein, als wollte er ihm den Frust des gesamten letzten Jahres einverleiben. Tobias war die einzige Zielscheibe, die Leo für seine Verbitterung hatte. Jämmerlich war Kammholz letztes Jahr bei den Deutschen ausgeschieden. Bereits in der Vorrunde musste er die Segel streichen. Aber ihm, Leo, wäre das ganz sicher nicht passiert. Und das musste Kammholz neulich bitter bezahlen.
Nun steht der Löwe mir gegenüber, bereit, mich zu töten. Oder mir zumindest die Gewissheit zu geben, dass es sich so anfühlt. »Zur Kreuzigung links rum. Jeder nur ein Kreuz.« Das Leben des Brian. Diese Komiker können mir manchmal sogar helfen. Es geht aber um das Leben des Monty. Um meins. Also, auf in den Kampf!
Unser Trainer brüllt »Zeit!«, was sowohl für den Beginn als auch als Signal für das Ende einer jeden Einheit steht. Leo könnte gut Werbung als boxendes Duracell-Häschen machen. Er ist größer als ich und dazu noch kräftiger. Warum der Trainer ausgerechnet mich gegen ihn stellt, ist höchst fraglich. Vielleicht soll ich ihm auch nur als kleiner Aperitif dienen, nachdem er sich im Grunde schon voll verausgabt hat. Er kommt auf mich zu und ich stelle mich noch darauf ein, wie ich dieser viel zu schnellen Führhand ausweichen kann und ihn vielleicht unter Bedrängnis bringe. Da erwischt er mich mit einem Jab mitten auf die Nase. Die Tränen schießen mir sofort ins Gesicht. Und noch während ich den Schlag verdaue, erreicht mich aus dem Nichts ein rechter Haken im Bauch. Leo ist verdammt schnell.
›Mann, Monty, jetzt bloß nicht vermöbeln lassen! Finde deine Linie, bleib kompakt in der Deckung und arbeite mit der Linken.‹ In meinem Kopf ist alles klar. Es ist ja eigentlich auch ein einfacher Sport. Meine Fäuste gehorchen mir und ich bringe eine stabile Doppeldeckung zustande, auf die Leo erbarmungslos eintrommelt. Während er dies tut, versiegt meine Atmung wie eine Pfütze in der Serengeti. Ich baue mich derweil gedanklich auf. Leo, was für ein banaler Name! Wie er mich so grimmig anschaut, während er auf mich eindrischt, der Leo. Ich schaue in seine Augen. Die Augen des Löwen. Oder sind es doch die Augen des Tigers? Ist ja am Ende völlig egal. Es sind die Augen eines Kätzchens. Eines kleinen, süßen Wollknäuels mit riesigen, angsterfüllten Augen, für das Sheba ein Fest ist. Ich stelle mir Leo als zitterndes Kätzchen vor, wie es mit weit aufgerissenen Augen vor mir steht und zittert. Fast könnte ich lachen, hätte er nicht in diesem Moment eine Lücke in meiner Deckung gefunden. Doch die Vorstellung seines neuen Äußeren bringt mir wieder Luft und ich schaue durch meine Deckung hindurch, sehe, wie seine Linke etwas zu sehr hängt, und schlage einfach meine rechte Gerade in Richtung seiner Miezekatzenaugen. Wumm! Leo geht zu Boden.
»Zeit!«, schreit der Trainer, »Monty, was soll das? Wir sind im Sparring, nicht im Wettkampf!«
»Aber seine Deckung hing viel zu weit unten«, sage ich, so gut es der Mundschutz zulässt.
»Das spielt doch keine Rolle. Unser Leo muss in drei Wochen nicht nur fit, sondern vor allem gesund sein!«
Na, das ist ja toll! Ich darf mich vermöbeln lassen und wenn unser Kätzchen mal eine Pfote nicht ordentlich vor die Schnurrhaare bekommt, bin ich schuld. Der Trainer beugt sich zu Leo, schaut ihm in die Augen und streicht über seinen Kopf, als läge er im Sterben. »Alles klar, Leo?«

Monty II

Sie trat kurz nach meinem fünfzehnten Geburtstag in mein Leben. Wobei das mit dem Treten nicht stimmt. Sie schwebte vor meine Augen. Und ganz genau genommen hat sie mit meinem Leben gar nichts zu tun. Ich weiß nicht einmal, ob sie weiß, dass ich lebe und dieselbe Luft auf demselben Planeten atme wie sie. Nur ist es eben so, dass mir die Luft wegbleibt, wenn sie nur ein paar Schritte von mir entfernt in den Pausen auf einer Bank sitzt und unglaublich sexy in ein Brot beißt. Handgeschmiert von ihrer Mutter, die wahrscheinlich genauso schön wie sie ist. Saftige Vollkornscheiben, zwischen denen sich hauchdünn geschnittene Putenbrustformschnitten befinden. Aber sie wird wohl auch darauf achten und von Meisterhand fachmännisch gegartes Frischfleisch in ihren Mund führen, von dem sie sich am Ende der Mahlzeit mit ihrer Zunge die letzten Krümel leckt. Emma ist außerirdisch. Unerreichbar schön, sogar beim Essen. Vielleicht verliebt man sich wirklich immer in die, die man nie haben kann. Ich sage mir immer, dass diese unerreichbare Liebe meine erste Prüfung im Leben ist. Wenn ich auf eine stehen würde, die ich jederzeit haben könnte, wäre die Sache doch nur halb so reizvoll. Halb? Nicht mal einen Bruchteil.
Ein paar Jungs haben es im Gegensatz zu mir drauf und kommen in ihre Nähe. Es wird auch gemunkelt, dass sie schon was mit einem Achtzehnjährigen gehabt haben soll. So richtig mit allem Drum und Dran. Ich hätte auch gern was mit ihr gehabt. Sogar ohne die Extras. Einfach nur ihre Nähe genießen, den Duft ihrer blonden Haare einatmen und ganz nah bei ihr stehen, wenn sie lächelt. Oder in ihr Vollkornbrot beißt. Das würde mir schon reichen. Wenn ich dabei die Lachfalten von ihr bestaunen könnte und das Gefühl hätte, ich könnte deren Linien mit meinem Zeigefinder nachzeichnen. Und nicht zuletzt wäre so dicht neben ihr ein Gefühl zwischen uns. Eine unsichtbare Macht, die uns verbindet wie ein chemisches Element, das nur durch unsere Bindung besteht, wie eben Wasser nur mit Wasserstoff und Sauerstoff sein kann. Nur unsere Gemeinsamkeit ergäbe eine lebensfähige Verbindung. Genau dieses Urwissen hätte ich neben ihr und niemand könnte es mir nehmen. Keiner von all den Idioten, die nur auf ihre Brüste schauen, die sicher schon respektable Formen aufweisen. Oder auf ihre umwerfende Figur, mit der sie für eine Eieruhr Modell stehen könnte. Ihren Augenaufschlag hat sie mit Sicherheit nie geübt, das hat sie nicht nötig. Wie eine Bürste in der Autowaschanlage, wenn sie sich das erste Mal in Bewegung setzt, werden ihre unendlich langen Wimpern nach oben geworfen, um ein paar blaue Augen frei zu geben, die jeden Jungen entwaffnen. Auch wenn er nicht einmal ein Messer einstecken hat. Du willst einfach nur sterben, ganz gleich, ob du noch dein ganzes Leben vor dir hast oder nicht. Weil du weißt, dass es sich nicht lohnt, die kommenden fünfzig Jahre nach etwas so Schönem zu suchen. Du hattest es ja schon. Bloß eben nicht für dich.
Emma wird immer meine große Liebe bleiben. Auch wenn ich sie nie bekommen werde. Vielleicht wird sie es beim zwanzigjährigen Klassentreffen bereuen, dass sie sich nicht mit mir abgegeben hat.
›Schau an, der Monty. Ist ein richtig schöner Mann geworden. Das hätte ich gar nicht gedacht. Und Leo ist völlig aus der Form gegangen, der Oberstecher.‹ Und ich werde am anderen Ende der Tafel sitzen, sie mit diesem Blick anschauen, der ihr nur eins sagen kann: Du hättest mich haben können! Und obwohl ich natürlich ganz cool tun werde und lässig an einem Männergetränk nippe, dreht es mir den Magen um, weil ich es nie geschafft habe, sie zu küssen. Sie im Arm zu halten und in genau dem Moment zu blinzeln, wenn ihre Pupillen unter ihren Augenlidern wegklappen und sie sich dem Kuss mit mir hingibt, als würden wir nur für diese paar Sekunden leben. So wird es werden, aber mir wird sie nicht glauben, wenn ich es ihr heute sage.
»Monty!«
Mein Trainer. Ich bin jetzt dran.
»Träum nicht so viel herum, sondern konzentrier dich! Du musst immer voll bei der Sache sein, sonst wird das nichts. Komm in den Ring, Leo hat noch nicht genug und in drei Wochen sind die Meisterschaften.«
Ach ja, die Meisterschaften. Unser Über-Leo muss zu den Meisterschaften und soll dort natürlich absolut fit sein. Er hat vor ein paar Wochen die Landesmeisterschaften gewonnen und wurde letztes Wochenende Südwestdeutscher Meister. Damit ist er für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Ein absolutes Novum in unserer Kleinstadt. Einer aus unserer Mitte hat es geschafft! Leo kann Deutscher Meister der Jugend werden. Und ganz sicher wird er dasselbe auch noch bei den Junioren und später bei den Senioren schaffen. Danach käme der Weltmeistertitel der Amateure und schließlich wird Leo der erste Profiboxer unserer Stadt. Und Weltmeister der Berufsboxer natürlich auch.

Monty I

Neulich spreche ich mit meiner großen Tochter über Literatur. Dabei kommen wir auch auf meine Bücher zu sprechen.
»Papa, darf ich mal ›Ein Mann unter Druck‹ lesen?«
»Erst, wenn du über 16 bist.«
»Warum das denn?«
»Weil es P16 ist.«
»Aber ins Kino darf ich auch schon in P16-Filme, wenn ein Erwachsener dabei ist.«
»Siehst du, da hast du es. Beim Lesen ist ja auch kein Erwachsener dabei.«
»Was darf ich dann lesen? ›Spatzenmuse‹ habe ich schon zwei Mal gelesen. Und eine Fortsetzung gibt es ja noch nicht.«
Ich ignoriere den stillen Vorwurf hinsichtlich meiner Schreibfaulheit und sage: »Lies die Weihnachtsgeschichte!«
»Es ist aber noch nicht Weihnachten.«
»Dann kannst du halt nichts von mir lesen. Gedulde dich einfach. Ich schreibe eine Geschichte nur für dich, die auf deine Altersgruppe zugeschnitten ist.«
»Ehrlich? Nur für mich?«
»Ja, nur für dich.«

So schnell bin ich also in diese Nummer reingeraten. Und nun werde ich, hinter dem Rücken meiner Tochter, in diesem Blog hier eine P14-Geschichte schreiben. Nur für dich, Sophie. Ach ja, für dich, lieber Wilfried Korm, ist sie natürlich auch.

Monty I

Dieses extrovertierte Gehabe fehlt mir völlig. Es geht mir ab, macht mir keinen Spaß, ja es nervt. Die anderen in meiner Gruppe lassen es immer raus, wie sie es nennen. Ich habe schon so oft in den Tiefen meiner Seele gekramt und jedes Mal herausgefunden: Nein, ich bin nicht so! Ich kann mich ganz allein für mich und im Stillen freuen. Das heißt nicht, dass ich diese Freude nicht genießen würde. Wahrscheinlich ist sie sogar viel tiefer und hält länger an. Aber das verstehen diese Idioten sowieso nicht. Insbesondere nicht Leo, der gerade wieder wie sein entfernter Namensgeber herumstolziert, als würde er uns eine Beute präsentieren. Immer wieder schlägt er sich dabei mit den Fäusten vor die Brust und gibt dazu brüllende Laute von sich. Leo ist so ziemlich der Beste in unserer Boxergruppe. Gerade hat er Jan in einem Sparring über vier Runden gezeigt, was er alles drauf hat und Jan eben nicht. Leo hat ganz klar gewonnen, auch wenn kein Kampfrichter eine Wertung abgegeben hat. Sein Gehabe ist mir total peinlich und eigentlich würde ich gern zu Jan gehen und ihn trösten. Nicht wegen der Schläge, die er einstecken musste, sondern wegen des affigen Verhaltens, das Leo an den Tag legt. Es mag ein ganz toller Ausdruck seiner Gefühle sein, über den jeder Therapeut freudig frohlocken würde, dass der gute Leo so schön im Reinen mit sich ist und seine Emotionen wunderbar zeigen kann. Mich kotzt er an. Nehmen wir einmal an, ich hätte den Jan so vermöbelt wie er. Nicht, dass ich auch nur im Entferntesten das Zeug dazu hätte, aber ich denke jetzt einmal daran, dass ich es schaffen könnte. Jan liegt also genauso geplättet in der Ecke wie jetzt und ich registriere, dass ich gegen ihn gewonnen habe. Springe ich herum wie ein Raubtier, johle ich ich wie ein hirnamputiertes Tier auf Drogen? Nein! Ich genieße es ganz für mich im Stillen. Trete vielleicht hinaus an die frische Luft, atme tief ein, spüre in jeden Muskel meines Körpers hinein und genieße einfach nur die Ruhe. So bin ich.
Und ich heiße Monty. Kein Scherz. Was sich meine Eltern dabei gedacht habe, wird wohl immer im schwammigen Nirwana einer hormonell gestörten Schwangerschaft und dem neunmonatigen Alkoholkonsum meines Vaters verborgen bleiben. Sicher, sie waren absolute Monty Python Fans. Aber ist das ein Grund, sein eigenes Kind so zu nennen? Nur gut, dass sie nicht glühende Anhänger der Schwarzwaldklinik oder von Denver und Dallas waren. Obwohl. Denver Hannich ist auch nicht viel schlechter als Monty Hannich. Als ich endlich begriffen hatte, was meine Eltern mir angetan haben, suchte ich nach einem tieferen Sinn in meinem Namen. Nach langem Suchen fand ich einen Hinweis: Monty kommt vor allem im englischen Sprachraum vor und heißt in der übersetzten Bedeutung: Hügel der Macht des Menschen. Das kann ja nur bedeuten, dass der Mensch einen Hügel macht! Und wo machen wir Menschen Hügel? Ja wohl nur auf dem Klo. Soviel also zu meinem Namen. Wenn ich alt genug bin, werde ich meinen Vornamen ändern lassen und danach in eine andere Stadt ziehen, in der mich niemand kennt. Dann wird mein richtiges Leben anfangen. Eins ohne Monty Python und mit echten sozialen Bindungen.
Ich habe es langsam satt. »Wie heißt du?«
»Monty.«
»Wie bitte?«
»M o n t y.«
»Nö, he?«
»Doch. Kein Scherz.«
»Wie Monty Python oder was?
»Nur wie Monty Python, nicht wie was.«
So in etwa laufen meine Namensvorstellungen bei Partys und Wettkämpfen ab. Werde ich dabei in ein Gespräch über die alte Komikertruppe verwickelt, kann ich natürlich mit Fachwissen glänzen, denn ich heiße ja nicht ohne Grund so. Während bei anderen Kindern Märchen-DVDs so lange gespielt wurden, bis der Player glühte, bekam ich mindestens einmal in der Woche einen der Spielfilme zu sehen und zwischendurch wurden reichlich Häppchen durch die Sammler-Edition der Python-Serie gereicht. Manche Sachen fand ich durchaus lustig. Warum sich meine Eltern aber immer wieder scheckig lachen konnten, wenn das Karnickel als Bewacher einer Höhle ein paar Ritter killt, erschloss sich mir nie.
Vielleicht ist die Sache mit meinem Namen aber nur ein böser Traum. Schon morgen werde ich aufwachen als Lukas Hannich. Bei der Gelegenheit werde ich auch stärkere Oberarme und schnellere Beine haben. In einem Sparring werde ich Leo grün und blau schlagen und in einem Anflug von Gehässigkeit werde ich mir mit meinen Fäusten auf die Brust trommeln und Urlaute von mir geben. Das ist ein schöner Traum. Doch ich sollte wohl insgesamt weniger träumen. Dann hätte ich auch nicht solche Probleme mit Emma.

 

Papillae gustatoriae

Am 29. August habe ich gemeinsam mit Ophelia die große Ehre, an einem Kochwettstreit teilzunehmen. Unser Beitrag beschränkt sich dabei allerdings nur auf die Beurteilung der produzierten Köstlichkeiten. Das ist nun ein völlig neues Terrain für uns. Ähnlich einer Mondlandung. Ein kleiner Schritt für uns als Autoren, aber ein großer Schritt für unsere Bäuche! Ich werde mir ab heute drei Mal täglich mit einer Zungenreinigungsbürste die Papillen schrubben, damit wirklich auch der kleinste kulinarische Reiz von mir erschmeckt wird. In der lokalen und überregionalen Gastronomie soll von mir nur noch ehrfurchtsvoll als „die Zunge“ gesprochen werden.