Alexa und Sonja

Es gibt immer wieder in Büchern Geschichten von wunderschönen Frauen oder wir sehen solche anbetungswürdigen Geschöpfe im Kino und Fernsehen. Unsere modernen Göttinnen haben Namen wie Monroe, Basinger oder Madonna. Oder sie sehen aus wie Angelina Jolie, Sharon Stone und Pamela Andersen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei und sie rauben uns Männern den Atem oder geben reichlich Anlass zum Träumen.
Alexa ist eine Frau, nach der sich die Männer umdrehen. Sie könnte in Filmen sofort Hauptrollen spielen. Basic Instinct, Baywatch oder James Bond, alles müsste mit ihr gedreht werden. Dabei hat sie eine gewisse klassische Schönheit. Man könnte sie sich auch in der Antike als Göttin gut vorstellen oder in einem Schwarz-Weiß-Film aus den 60er Jahren. Vor allem hat sie göttliche Brüste. Wenn ihr auf der Straße schon niemand in ihr wunderschönes Gesicht sieht, auf diese Brüste starrt er auf jeden Fall. Und, bleiben wir ehrlich, wer bei diesen Brüsten nicht hinsieht, sollte auf der Stelle erblinden und seine Manneskraft verlieren. Alexa hat diesen Zauber wie Monica Belucci als Malena. Sie ist die Visualisierung aller Träume, die leibhaftige Wunschvorstellung einer Frau. Wenn sie sich bewegt, dann ist es, als würde sie die Luft um sie herum segnen, ihre Schenkel reiben aneinander mit der Eleganz von prächtigen Adlerflügeln. Und von ihren Oberschenkeln herab gleitet der Blick auf einer scheinbar unendlich beschwingten Bahn bis zu ihren Fesseln und den schönsten Füßen, die der Herr schaffen konnte.
Aber, bleiben wir bei ihren Brüsten. Oh,Gott, wie sie doch allen physikalischen Gesetzen widersprechen! Sie sind so unendlich weich, haben aber doch die Festigkeit, wohlgeformt zu bleiben und diese wundervollen Brustwarzen recken sich dem Betrachter entgegen, als wollten sie ihm eine Geschichte über Schönheit erzählen. Gleichsam könnten sie aber auch darüber ins Schwärmen geraten, wie sie jeden Tag aufs Neue die Newtonschen Gesetze Lügen strafen. Und über die Haut, die sich über die schönsten Hügel der Welt so sacht wie fest spannt, kann man im Universum der Worte nur vergebens nach einer angemessenen Beschreibung suchen.
Wir könnten an ihrem Körper verharren wie Goldgräber und in jeder Pore einen Schatz mit ungeheurem Wert finden. Ihre Haare sind eine Einladung zur Verführung, sie wollen die Männer locken, natürlich. Und der feuerrote Schimmer lässt Phantasien pulsieren. Wenn man die Männer aber fragt, wie Alexas Gesicht eigentlich aussieht, dann erhält man einen Moment der Ruhe. Ja, wie welche Augenfarbe hat sie und wie sind ihre Augenbrauen gebogen? Wie ist die Schwingung ihrer Wimpern und ihre Nase, ist die eigentlich klein oder groß? Ihre Lippen, sind sie schmal oder voll? Es scheint unwichtig, wenn Alexa einem entgegen schwebt. Ist denn ein Gesicht für den Erfolg eines menschlichen Wesens auch so wichtig? Nein, wohl kaum. Die Politik beweist das in jeder Legislaturperiode aufs Neue. Bei einigen Menschen wäre es vorteilhafter, sie verdeckten ihre Gesichter und ließen den Rest frei. Doch soll nun nicht der Eindruck entstehen, Alexa könne ihr Gesicht nicht zeigen, das kann sie sehr wohl. Ihre Augen haben zwar nur ein Durchschnittsgraublau, aber die langen, dunklen Wimpern und die helle Haut lassen zwei Diamanten funkeln. Wollen wir ihren Mund auch als Durchschnitt bezeichnen? Es käme der Wahrheit wohl sehr nahe, doch da sich auf der Betrachtung abwärts schon bald die seidigen Erhebungen ihrer Brüste erahnen lassen, verblasst die Erinnerung an ihre Lippen schon bald, nein sie wird verändert. Diese Brüste verwässern die tatsächliche Erinnerung und lassen jeden glauben, die schönsten Lippen der Welt befinden sich unstreitig ober- und unterhalb der Brüste Alexas.
Oberflächliche Zeitgenossen mögen nun bemängeln, dass Alexa nur als Objekt schamloser Begierde angesehen und lediglich auf ihr rassiges Äußeres reduziert wird. Jeder Mann denke sofort an Sex, wenn er sie sieht. Und was möchte man solchen Nörglern sagen? Ihr habt Recht! Denn wenn wir davon ausgehen, dass jeder Mensch auf dieser Welt eine Mission hat, dass es einen Grund gibt, warum er gezeugt wurde, dann liegt er bei Alexa auf der Hand.
Doch leider bleibt er bei den meisten ausschließlich in der Hand. Denn für Alexa gibt es nur Sonja. Sie lieben einander, seitdem sie sich zum ersten Mal gesehen haben. Wenn Alexa die Augen schließt, dann besteht ihre Innenwelt nur aus Sonja. Und Sonja ist in ihrer Schönheit Alexa fast ebenbürtig. Sie hat bei weitem nicht ihre Brüste. Sie ist eher knabenhaft, aber zum Anbeten  schön ist die trotzdem. Zwei Göttinnen, die beide wunderschön sind, gemeinsam aber sind sie die Vollendung. Es soll schon eine Menge Männer gegeben haben, die aufgrund der höchst einseitigen Ausprägung ihrer zwischenmenschlichen Zuneigung Alexa wegen den Freitod gesucht haben. Auch schreibt man unzählige Klosterzugänge der Unerreichbarkeit Alexas zu. Dabei waren einige dieser tapferen Männer sowieso verheiratet und sie hätten dieses kostenlose Kopfkino ein Leben lang genießen können. Doch die ewige Qual der lodernden Lust hätte sie eher zu unberechenbaren Wüstlingen erzogen und so war es nicht nur für Alexa und Sonja das Beste, wenn sie entweder aus dem Leben schieden oder in ein Kloster gingen. Einem erging es ganz besonders schlimm und nun fristet er sein Dasein in einer Einzelzelle einer Psychiatrie. Bei dem, was er behauptet, gesehen zu haben, wenden sich selbst die anderen Verrückten von ihm ab und so erzählt er alles meist diesem kleinen Mann auf seiner Schulter, der ihm jeden Tag geduldig zuhört. Dabei ist seine Geschichte gar nicht so unglaubwürdig. Aber vielleicht hat er einfach nur zuviel Schönheit gesehen und ist daran zerbrochen.
Es war ein stiller Samstagabend im Spätherbst. Ein noch überraschend warmer Abend, von dem es nicht mehr so viele gab in dieser Zeit. Georg, so hieß der arme Sünder, kam spät aus der Schenke im benachbarten Dorf und lief ganz allein den Weg zurück in die Stadt, in der auch Alexa und Sonja wohnten. Als er an ihrem Haus vorbeikam, sah er ein Licht in einem der oberen Zimmer und als hätte er in diesem Moment eine göttliche Eingebung erfahren, malte er sich aus, wie die beiden dort oben lagen und einander all das zeigten, was die Männer der Stadt nur erahnen durften. Ganz vorsichtig erklomm er den Baum gegenüber. Wie ein kleines Kätzchen bewegte er sich behände nach oben. In Höhe des Fensters angekommen, musste er jeden Schritt vorwärts genau überlegen und ganz behutsam setzen, denn er stand nun auf einem zwar dicken und festen, doch nicht weniger biegsamen Ast. Aufgewühlt und erregt schob er das Blattwerk beiseite und dann war ihm, als könne er das Geheimnis der Welt sehen. Die Schöpfung selbst wäre keine stärkere Erfahrung gewesen, das stand für ihn fest.
Da saß Alexa auf der Bettkante. Das Zimmer war in ein sanftes Licht gehüllt wie eine Honigzelle in einer angestrahlten Bienenwabe. Ganz nackt war Alexa und schon dieser Anblick war für Georg Begründung genug, Freitod und Kloster fortan zu lieben. Alle Schönheit der Welt konzentrierte sich in diesen Brüsten. Nichts konnte vollkommener sein. Ihre Brustwarzen waren stark erregt und standen prall nach vorn. Alexa hatte die Beine leicht gespreizt und als Georg bis zu ihrer allerheiligsten Mitte schauen konnte, war es um ihn das erste Mal geschehen. Selbst die innigste Nähe zu einer Frau konnte nicht die Erregung erzeugen, die Alexas Anblick heraufbeschwor.
Dann kam aber auch noch Sonja ins Spiel. Ganz zart begann sie zunächst damit, Alexas Brüste zu liebkosen, dann leckte sie ihre Brustwarzen, bis sie sie schließlich in den Mund nahm und gierig daran saugte. Alexa schien gefallen daran zu finden und streichelte ihrerseits Sonjas zarte Haut. Schließlich legte sie vor Verlangen ihren Kopf in den Nacken und die nächsten Sekunden konnte Georg leider nie wieder wahrheitsgetreu wiedergeben, weil er die Augen schließen musste und ein zweites Mal den kleinen Tod starb. Er wollte sich noch vergewissern und diese Bilder für alle Ewigkeit in seinem Kopf einbrennen, und als er die Augen wieder öffnete, war die Szenerie immer noch dieselbe. Ein nicht enden wollender Kampf zweier Geschöpfe, die nicht von dieser Welt schienen. Derart überreizt, genehmigte sich Georg eine dritte Auszeit und erst lange später, geschwächt und gleichsam hoch konzentriert, damit er nicht vom Baum fiel, konnte er wieder in das Fenster schauen.
Was er nun sah, konnte er kaum glauben und weder die Ärzte, noch die Insassen der Psychiatrischen Anstalt werden es ihm je glauben. Plötzlich betrat ein Mann die Szenerie. Ein wahrer Recke, genau so ein wunderschöner und gut gebauter Mann, wie man ihn sich für Alexa und Sonja vorgestellt hätte, wären sie sich nicht schon einander genug. Und dieser Kerl, der ganz sicher nicht aus dem Dorf und der Stadt war, legte sich zu den beiden Göttinnen, umarmte sie und fand Einlass in diesen Reigen aus Vertrautheit, Zuneigung und Liebe.
Georg erschauderte. Es gab einen Mann in Alexas und Sonjas Leben! Also suchte sich die Natur doch immer einen Weg. Soviel Schönheit bloß füreinander zum reinen Selbstzweck zu vergeuden, wäre auch ein Frevel gewesen. Sie aber nur diesem einen Mann zugänglich zu machen, zeigte wieder einmal die Ungerechtigkeit des Lebens. Als Georg die drei so innig vereint sah, wurde ihm immer klarer, dass sie für immer zueinander gehörten.
Da störte ihn auch im Herabsteigen vom Baum das laute Schreien der kleinen Sonja nicht, deren Schnuller ihr gerade aus dem Mund gefallen war.

Advertisements

Herrenrunde

Es fanden sich wie jeden Freitagabend am Stammtisch zur Alten Klause zusammen die Herren Pudlich, Revierförster, Winkler, Maurermeister und Kaiser, Malermeister. Es wurde wie immer schwadroniert über den Verfall der Werte, die guten alten Zeiten und die fahlen Zukunftsaussichten. Bis dann endlich der Herr Revierförster Pudlich meinte, es gebe ein viel wichtigeres, sprich tagesaktuelles Thema, dessen Erörterung ihm am Herzen liege. Die anderen hohen Herren der exquisiten Runde ermunterten Pudlich zum Vortrage und so kam Erstaunliches  an ihre Ohren. Der Revierförster hob die Stimme und sagte:
»Meine Freunde, wie ihr wisst, bin ich mein Leben lang auf der Jagd gewesen, im Wald wie auch im Leben. Ich habe kapitale 20-Ender geschossen, reichlich Sauen und unzähliges Federvieh, aber in meiner all zu knapp bemessenen Freiheit war es mir nicht vergönnt, ein Prachtweib vor die Flinte zu bekommen.«
Die beiden Zuhörer nickten stumm und verstanden ihren Freund nur zu gut. Maurermeister Winkler wurde trotz seines mächtigen Körpers von zwei Metern Größe und knappen drei Zentnern Gewicht immer kleiner. Jeder, der nur sein gesprenkeltes Gesicht gesehen hätte, würde sich den Körper darunter kaum in diesem Umfang vorstellen können, da so viele Mitesser auf Wangen, Kinn und Stirn verteilt waren, dass es nach menschlichem Ermessen kaum möglich war, dass noch genügend Nahrung für den übrigen Körper verfügbar sein konnte.
Pudlich aber führte weiter aus:
»Trotzdem bin ich immer auf der Suche und scheue trotz vieler Rückschläge keine Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht.«
Auch Malermeister Kaiser, das ganze Gegenteil zu Maurermeister Winkler, nickte mit seinem fahlen Schädel und jeder Beobachter mochte sofort zu ihm stürzen, damit sich sein Kopf nicht aus der losen Halterung seines dünnen Halses löste. Er hörte Pudlich aufmerksam zu und lauschte den Geschichten, die Pudlich schon so oft erzählte. Zum Beispiel erzählte der Herr Revierförster, wie seine Überzeugung, dass die Anzahl von Tätowierungen am Körper einer Frau im reziprok proportionalen Verhältnis zur spirituellen Kapazität der Trägerin stünde, von einer übermäßig tätowierten Frau Dr. phil. vor einigen Jahren jäh zerstört wurde. Der Gipfel nun aber sei der Fakt, dass das Arschgeweih immer weiter auf dem Rückzug sei, gewissermaßen vom Aussterben bedroht. Winkler und Kaiser meinten nach dem Genuss des fünften Herrengedecks in Folge unisono, dass Pudlich nun wieder zu viel von der Arbeit sprach, doch dann glitten beide zeitgleich zum pawlowschen Gipfel der Erkenntnis.
»Das Arschgeweih?? Also, das über dem Hintern einer Frau?«
»Welches sonst?«, fragte Pudlich ungläubig. Noch mit Kopfschütteln beschäftigt, erläuterte er den Freunden seine Feststellung. Irgendwie sei diese hübsche Dekoration auf dem Rückzug, obwohl sie ihm als Förster schon rein vom Namen her sehr gefallen habe. Grundsätzlich käme für ihn nur eine Frau mit einem Arschgeweih in Frage. Doch manche Damen ließen sich diesen für eine Partnerschaft mit Pudlich notwendigen Schmuck einfach weglasern und so wurde seine Zielgruppe immer kleiner. Nach einigen Augenblicken betretenen Schweigens wurden die Sorgenfalten auf den Stirnen der Herren Winkler und Kaiser immer breiter. Wieder zeitgleich fragten sie Pudlich:
»Und was machen wir?«
»Wie, was macht ihr?«
»Du hast dein Arschgeweih«, meinte Winkler, »du bist ja auch ein Förster. Ich aber bin Maurer und der Kaiser ist Maler, da ist es doch kein Wunder, dass wir nix vom Kuchen abbekommen.«
Die Freunde hatten recht. Doch sie hatten eben auch Pudlich zum Freund und der wiederum hatte es vor einigen Jahren fast geschafft, eine stark tätowierte Frau Dr. phil. beinahe zum Beischlaf mit ihm zu bewegen. Zwar nur beinahe, aber immerhin. Und sie hatte ihm etwas über logisches Denken und Begriffsdefinitionen beigebracht. Also kramte Pudlich in den unendlichen Weiten seines Revierförsterhirns nach einer Lösung für seine Freunde. Und sie sollte nicht lange auf sich waren lassen.
»Ich habs! Du, Winkler, wirst dich nur noch nach Frauen mit einem Ritzenstuck umsehen und du, Kaiser, suchst Frauen mit einer Steißbordüre!«
Was waren die Herren der Stammtischrunde danach erleichtert, lukrative und ihrer Profession entsprechend adäquate Frauen suchen zu dürfen! Außenstehende würden meinen, Maurermeister Winkler habe in jenem Moment einen Quadratzentimeter Mitesser verloren und Malermeister Kaiser habe einen Stiernacken bekommen. Eine Frau haben alle drei bis heute nicht. Aber das steht auf einem ganz anderen Blatt.