Alles hat ein Ende …

… deshalb wird es Zeit für den Jahresrückblick 2018. Ich freue mich darauf, mit meinen Kollegen zurückzublicken. Persönlich bin ich am 29.12. und am 31.12. aktiv und live auf der Bühne des Lachgeschäfts zu erleben. Aber auch die anderen Herren taugen was. Vor allem, wenn ich nicht dabei bin.

Was kann ich bereits an dieser Stelle zum vergangenen Jahr sagen? Da uns das Leben bereits mit unserer Geburt zum Tode verurteilt, gibt es nur zwei Dinge, die es wirklich erträglich machen. Die Liebe und die Literatur. Der Rest bleibt Schweigen.

Update vom 05.12.2018, 22:55 Uhr: Die Silvestervorstellung ist bereits ausverkauft.

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Liebe, Lust und Leidenschaft

Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen des großartigen Abends beigetragen haben! Mein besonderer Dank gilt Ralf für die grandiose Zusammenarbeit und den Spaß auf und hinter der Bühne, Juliette vom Lachgeschäft für die gastronomische und herzliche Betreuung unserer Gäste und Nicole vom adakia Verlag für ihre unermüdlich helfenden Hände. Nicht zu vergessen Susi für die wunderbare Gestaltung der Veranstaltungsplakate.
Und all die, die es nicht (mehr) geschafft haben, unter den 70 Gästen zu sein: Ralf und ich wiederholen unsere Programme (auch „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“) im nächsten Jahr im Lachgeschäft. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Ich freue mich schon sehr auf den Abend mit Ralf Schmidt, wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen:

Lesung im „Kabarett Lachgeschäft“ am 20.10.2018 um 20.00 Uhr, Eintritt 12 Euro

Es geht immer weiter nach vorn. Ob Digitalisierung, Transformation oder Disruption – die Veränderung ist gewiss und darüber geben nicht nur Siri und Alexa Auskunft. Ralf Schmidt und Mark Jischinski lesen aus futuristischen Texten, denn sie wissen genau, wohin Smart Home, Smart Living, Smart Partnershipping, Smart Thinking, Smart Reading, Smart Shopping und Smart Foolishing führen. Nichts ist so sicher wie eine Zukunft, in der früher alles besser war!

adakia Pocket Vol. 4: Partner TÜV

Endlich mal wieder etwas Neues für die Hostentasche, das Regal, für Freunde oder auch fürs Lesen:

»Liebe ist nur eine Illusion. Jeder weiß es, aber alle machen weiter. Jeden Tag, immer wieder. Männer träumen von der Frau, die sich die Leidenschaft bewahrt, die ihn, den geliebten Partner, auch nach fünfzehn Jahren Beziehung so lässt, wie er ist. Die nicht weiter bohrt, wenn er auf ihre Frage antwortet »an gar nichts«, auch wenn »an gar nichts« der heiße Arsch der neuen Azubine ist, die Sehnsucht nach einem Männerabend oder die Freude auf das nächste Länderspiel im Fernsehen. »An gar nichts« kann es aber auch wirklich sein. Meistens. Denn ein Mann braucht zu seinem irdischen Glück denkbar wenig, im Grunde nur Essen, Sex und ansonsten seine Ruhe.«

Bernd sucht Hilfe bei einem Coach. In seine Ehe mit Regina muss mehr Schwung kommen. Clemens Paulsen will mit seinem PARTNER TÜV genau solchen Menschen helfen, wieder glücklich zu werden. Er möchte die Kommunikation zwischen Mann und Frau verbessern, einschränkende Glaubenssätze verbannen und seinen Klienten bei der Lösung ihrer Probleme zur Seite stehen. Zu ihm kommen neben Bernd frustrierte Ehefrauen und ein Womanizer, der Frauen aufreißen will. Fest steht immer: Die Menschen bringen die Lösung ihrer Probleme bereits mit. Sie sehen sie nur nicht.

Erscheint im September 2018, nicht über den Buchhandel erhältlich, 40 Seiten im Pocket-Format 10 x 15 cm, 3,90 EUR, lieferbar ab dem 17.09.2018

Blick auf den Schreibtisch – „Digital glücklich“

Wenn ich in letzter Zeit wenig von mir hören lasse, liegt das in schreibender Hinsicht daran, dass ich viel am neuen Roman arbeite und mir zwischendurch die Zeit damit vertreibe, mit Kurzgeschichten an Wettbewerben teilzunehmen … und manchmal führt das tatsächlich zum Erfolg …

Es handelt sich übrigens nicht um einen Schreibfehler. Bundesverband JUNGER Autoren. Die Anthologie erscheint pünktlich zur Frankfurter Buchmesse 2017.

Termine im März 2017

Ich freue mich auf die Termine im März 2017:

Am 05.03.2017 lese ich ab 09.30 Uhr zum „Irisch-ironischen Frühstück“ in Hillenbrands Lindhof, Ulsenheim 44, 91478 Markt Nordheim. Frühes Aufstehen ist angesagt, aber es lohnt sich. Irische Geschichten treffen auf Kurzgeschichten aus „ironisch“ und abgelöscht wird mit einem irischen Smoothie aus dem Hause Guinness.

Am 23.03.2017 lese ich im Rahmen der offenen Lesebühne „Endstation Hoffnung“ in Gera aus der Geschichte „It’s good to be alive in Colma“ aus der „edition Caput III – Trauer, Abschied und Neubeginn“. Oder ich lese was mit Schwänzen. Wir beginnen um 19.00 Uhr und wenn außer uns Autoren keiner weiter kommt, lesen wir uns gegenseitig die aktuellen Manuskripte vor, bis dem ersten schlecht wird.

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Blinddarm im Kopf

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Der Kaffee ist längst kalt. Professor Dr. Brain-Hurts schaut durch das Fenster auf die verschneite Straße vor der Charité in Berlin. Wieder und wieder schüttelt er den Kopf. Er ringt um Worte, setzt an, sucht nach Erklärungen – für sich selbst, für die Anderen –, um dann doch wieder mit einem Lächeln ins Leere zu blicken. Minuten vergehen. Der Reporter ihm gegenüber wartet. Es darf seine Zeit dauern. Angeblich soll der Professor etwas Außergewöhnliches entdeckt haben. Hier lauert eine echte Story. Kein halbseidener Skandal, nichts, was morgen schon niemanden mehr interessieren wird, nein das hier ist richtig groß. Riesengroß. Epochal. Universal. Dafür hat der Reporter einen Riecher. Er schnäuzt sich kräftig in ein Taschentuch.
Das übliche hektische Treiben umgibt die beiden, aber Professor Dr. Brain-Hurts wirkt bei alledem wie ein Fremdkörper, ein zur Ruhe gekommenes Teilchen inmitten eines Sturms. Endlich kann er darüber reden. »Es war eine Routineuntersuchung in der neurologischen Abteilung. Es fing auch ganz harmlos an. Aber dann kam eins zum anderen. Es hätte uns stutzig machen sollen, dass diese Person den Fragebogen komplett ohne Rückfragen ausgefüllt hat. Aber das gibt es schon ab und zu mal. Auch dass ein Patient rücksichtsvoll ist und erkennbar Dankbarkeit und Demut zeigt, kommt auch in einem von tausend Fällen vor. Doch dann konnte die Person ohne fremde Hilfe Wortfolgen über 140 Zeichen hinaus bilden. Einfach so! Das muss man sich mal vorstellen!« Wieder dieses Kopfschütteln. Im Ruhestand würde der Professor jederzeit eine geringfügige Anstellung als Wackeldackel finden. »Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus! Diese Person war in der Lage, fernab von schwarz oder weiß zu denken! Sie konnte eigenmächtig abstrahieren, unterschiedliche Standpunkte beleuchten und dadurch zwischen den Polen schwarz und weiß so viele Schattierungen von grau erkennen, dass es uns die Sprache verschlug. Diese Person nahm eine Metaposition ein, wog verschiedene Meinungen kritisch ab und schlug sich nicht einfach so auf die eine oder die andere Seite. Sie verurteilte nicht vorschnell, schrieb keine gehässigen Posts, fotografierte weder sich selbst, noch jede Form von Nahrung und hatte ein originär eigenes Urteilsvermögen. Es war unglaublich!«
Der Professor nippt am Kaffee und verzieht das Gesicht. »Die Person konnte sich artikulieren, beherrschte mehr als die Grundrechenarten, war kaum in den sozialen Netzwerken aktiv, kannte sie aber; nutzte bei Aufgabenstellungen nicht Wikipedia oder Google und verblüffte uns mit Antworten, die wir, vielleicht etwas hemdsärmelig, aber so doch fürs erste ›gesunder Menschenverstand‹ getauft haben. Natürlich erst, nachdem wir die Person vollständig untersucht haben. Es war völlig klar, dass wir sie röntgen mussten. Dabei stellten wir eine Anomalie im Kopf der Person fest. Eine weitergehende Untersuchung im Rahmen der Autopsie, und es ging ja gar nicht anders, brachte es dann ans Licht.«
Der Professor schaut versonnen, aber voller Stolz in die riesige Halle der Charité. »Wir haben ein neues Organ gefunden. Es sitzt im Kopf der Person und wir haben es ›Gehirn‹ getauft.«
Wieder dieses Kopfschütteln. »Eine einmalige Entdeckung. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Damit stehen wir natürlich ganz am Anfang der Hirnforschung. Wir wissen noch nicht viel über dieses Organ, glauben aber, dass die Person die selbstreflektierenden Gedanken, die Fähigkeit zur Abstraktion, ja sogar das eigene Bewusstsein und die Präsenz und Anwendung echter Werte aus diesem Organ schöpft.«
»Darf man denn wissen, welches Geschlecht diese Person hat? Schließlich wäre es von erheblichem Interesse für die Geschlechterforschung, für den Fortgang von Gendermainstreaming und das gesamte menschliche Paarverhalten, wenn wir wüssten, welches der Geschlechter dieses unglaubliche Organ besitzt!« Der Reporter verharrt mit dem Kugelschreiber über seinem Block. Vor seinem geistigen Auge sieht er bereits den Leitartikel mit seinem Namen abgedruckt. Morgen früh, vor allen anderen.
Professor Dr. Brain-Hurts schmunzelt, dann streicht er über die weiße Tischdecke, zupft etwas an der Kunstblume und schnauft. »Wissen Sie, ich weiß auch noch nicht, wie ich das meiner Frau beibringen soll. Oder wie wir es den Menschen vermitteln. Es ist nämlich so …« Der Professor schaut nun mit klarem Blick, die Stimme ist wieder fester. »Also diese Person ist weder eine Frau noch ein Mann. Aber das ist letztlich folgerichtig. Ich meine … wenn Männer oder Frauen so ein phantastisches Organ hätten … überhaupt die uns bekannten Menschen … ich meine … das wäre uns doch schon längst aufgefallen, oder?«