Lesungen im Oktober 2020

In dem Universum, in dem es in den nächsten Wochen Veranstaltungen gibt, freue ich mich auf euch am 24.10.20 zu „Covid19 ist keine Zahncreme“ und am 30.10.20 zu „Karla, das Leben und ich“. Ich lese also über Viren und Frauen. Wenn man es ausspricht, hört es sich komisch an …

Der Aufschwung ist da!?

Das U wird ein V und alles wird wieder gut. Der in unzähligen durchwachten Nächten sicher geglaubte Untergang kommt nicht. Denn im Gegensatz zu anderen, bemitleidenswerten Nationen werden wir von Experten regiert. „Experte/Expertin ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder mehreren bestimmten Sacherschließungen oder über spezielle Fähigkeiten verfügt. Neben dem theoretischen Wissen kann dessen kompetente Anwendung, also praktisches Handlungswissen, für einen Experten kennzeichnend sein.“ (Quelle: Wikipedia)

Bitte stolpern Sie hier nicht über das Wort „kann“, das sich vor die „kompetente Anwendung“ geschlichen hat, hier muss der Eintrag in Wikipedia geändert werden, denn es ist offenkundig falsch. Was in diesen Tagen falsch und richtig ist, wagen wir kaum noch zu beurteilen. Doch ich möchte die Gelegenheit nutzen und die Weitsicht der politisch Handelnden im nachfolgenden Text anhand des Buchhandels loben. Ich beanspruche dabei nicht eine Form von Wahrheit oder Wissen, Sie müssen dazu weder in ontologische, noch in metaphysische Bereiche abgleiten, der gesunde Menschenverstand genügt. Der steht zwar inzwischen auf der Roten Liste, aber ausgerottet ist er noch nicht.

Unsere zu vielen Dingen fähige Bundesregierung hat mittels ihres Expertenwissens die Herabsetzung des Umsatzsteuersatzes von 7% auf 5% beschlossen. Natürlich auch den von 19 auf 16, eine Prämie dafür, dass Sie ein Kind in diese wunderbare Welt gesetzt haben, das Vorziehen von Rüstungsprojekten mit hoher Wertschöpfung und vieles andere Notwendige mehr. Da ich vorrangig mit Büchern zu tun habe, konzentriere ich mich hier aber einmal auf die Sache des Umsatzsteuersatzes auf Bücher in Höhe von 7%, ab dem 01.07.2020 in Höhe von 5% und ab dem 01.01.21 wieder in Höhe von 7%.

Die Hoffnung unserer Regierung besteht darin, die Wirtschaft neu zu beleben und den Konsum anzukurbeln. Wenn dem Leser bereits jetzt die Mundwinkel zu einem ideomotorisch motivierten Lachen entgleiten, bewahren Sie bitte Ruhe, das ist leider kein Witz. Ich nehme an, dass es in den Düsternissen des Bundesfinanzministeriums in Berlin, in einer kleinen Kammer des Schreckens, einen Bearbeiter – oder eine Expertengruppe – gab, die sich dachte, dass eine Herabsetzung der Umsatzsteuer dazu führt, dass der mit den Hufen scharrende und durch Ausgangssperre, Homeschooling, Homeoffice und Kurzarbeit entspannt, fett und reich gewordene Verbraucher nach Zerstreuung und Konsum lechzt. Und wenn er nun auch noch Ware bekommen kann, die 2 oder 3 Prozent weniger kostet, dann wird er nicht nur die im Lockdown gesparten Gelder verprassen, nein er wird sich in Schulden stürzen, um wie wild zu konsumieren und unser Land zu retten. Ein Lob dieser Expertengruppe.

Nehmen wir an, dass der Konsument frisch gestärkt mit Erspartem, der Kinderprämie und Kurzarbeitergeld in den prallen Taschen, im Handelstempel steht und nach Konsumgütern giert. Wohin zieht es den Deutschen zuerst? Den kulturbeflissenen, niveauvollen und belesenen Bürger? Natürlich in eine Buchhandlung. Und dort wird er ein Taschenbuch sehen, ich nehme hier jetzt mal – nur als Beispiel – das wunderbare Buch „Swinging Village“ des unbekannten Autoren Mark Jischinski. Es kostet 11 Euro, oder sollte ich sagen: „Es kostete…?“ Denn nun müsste es ja nur noch 10,78 EUR kosten. Und ein euphorisches Erstaunen, ein Jauchzen und Frohlocken wird den Konsumenten entfahren, begleitet von einem: „Was, nur noch 10,78? Da spare ich ja 22 Cent!! Geben Sie mir doch bitte gleich zwei!“ Und was sagt der Buchhändler? Er wird erwidern: „Ja, und wenn Sie gleich fünf kaufen, dann sparen Sie 1,10 Euro und können nebenan im 99-Cent-Laden etwas für 96 Cent quasi für umsonst kaufen und haben noch 14 Cent über – also aus dem Ersparten, wenn Sie so wollen aus dem NICHTS.“
Mit dem wissenden Blick des verhinderten Buchhalters wird der Konsument den Zeigefinger auf den Buchhändler halten und sagen: „Sie Schlingel, und wissen Sie was? Wenn ich das konsequent im ganzen Center so weiter mache, schaffe ich nur aus dem Ersparten den Wochenendeinkauf bei der REWE!“
Und noch während sich die beiden mit Freudentränen in den Armen liegen und über die Segnungen von Giral- und Fiatgeld parlieren, wissen Sie als aufmerksamer Bürger, Spiegel-, SZ-, und FAZ-Leser, ja als Bildungsbürger, dass diese Situation nie und nimmer eintreten wird.

Zwar kann der Verlag – in diesem Fall der kleine, aber rührige adakia-Verlag – den Preis auf 10,78 EUR herabsetzen, aber warum sollte er das tun? Um dem einsamen Käufer das Geschenk von 22 Cent zu machen? Das würde er gern tun, aber ein Verlag ist, wie auch ein Buchhändler, ein Unternehmer, der eine Kosten-Nutzen-Abwägung anstellt. Um ein Buch im Preis zu senken, muss ein Verlag im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) diese Preisminderung einstellen. Darüber hinaus sollte er – weil die Preise richtig ausgezeichnet werden müssen – Aufkleber für die vorhandenen Bücher bestellen, um die neuen Barcodes mit dem Preis von 10,78 EUR aufzukleben. Allerdings nur für ein halbes Jahr, denn dann macht er das noch einmal anders herum. Sollte nun aber nachgedruckt werden, welcher Barcode empfiehlt sich? Optimistisch der neue, weil ja bis zum 31.12.20 alle „billigen“ verkauft sein werden? Konservativ und mit Aufkleber, weil doch nicht sicher ist, ob alle Menschen in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit lesen werden? Arbeit über Arbeit für 22 Cent pro Buch. Herzlichen Glückwunsch, allerdings machen wir uns in der Buchbranche schon für weniger krumm.

So, wie der Verleger noch hadert, lacht sich der Leser längst ins Fäustchen, denn im Gegensatz zur Regierungsebene kann der Bildungsbürger rechnen und weiß längst, dass die oben stehende Rechnung gar nicht stimmen kann. Denn bei einem Preis von 11,00 EUR, ist der Nettopreis bei 7% = 10,28 EUR und wenn nun darauf 5%, statt bisher 7% berechnet werden, dann beträgt der Ladenverkaufspreis 10,79 EUR, statt 10,78 EUR. Neben der Erkenntnis, dass dem Verbraucher schon wieder ein sicher geglaubter Cent aus dem Nichts aus der Tasche gezogen wird, fragt sich der Konsument noch eine Weile, wie das passieren konnte, schließlich sind 98 Prozent von 11,00 EUR wirklich 10,78 EUR und nicht 10,79 EUR. Doch spätestens seit den Segnungen, mit denen uns die Regierung aus ihrem nicht enden wollenden Füllhorn künftiger Verschuldung und Armut überflutet, wissen wir, dass wir „von oben“ mit vielem rechnen können, nicht jedoch mit Sachverstand und mathematischem und/oder wirtschaftlichem Geschick.

Wir brauchen nicht an jeder Stelle die Transformation zur Digitalisierung und innovative Disruptionsexperten, die uns den Weg in eine wundervolle Zukunft weisen. An den richtigen Positionen würde es bereits ausreichen, wenn wir jemanden haben, der einen Taschenrechner bedienen kann. Für die jüngeren Leser: „Ein Taschenrechner ist eine tragbare, handliche elektronische Rechenmaschine, mit deren Hilfe numerische Berechnungen ausgeführt werden können.“ (Quelle: Wikipedia) Das Ding kann also schnell und einfach Berechnungen ohne einen PC, einen Laptop oder das Handy durchführen. Klingt komisch, ist aber so.

Wahrscheinlich denke ich aber bei allem zu klein. Nehmen wir nur einen Vielleser, eine echte Leseratte, reich an Wissen, arm an sozialen Kontakten, einen, der in der Lage ist, jeden Monat 20 Bücher zu lesen (kleine Anmerkung: Das liegt leicht über dem Schnitt!). Dann könnte dieser Leser im nächsten halben Jahr 120 Bücher lesen. Und wenn er nun traurig wäre, dass er dabei nur 25,20 EUR spart, dann muss er zu den Hardcover-Büchern greifen, da springt deutlich mehr für ihn raus und unser Land ist ganz nebenbei auch wieder saniert und die Krise ist endlich überstanden.

Lesung am 15.03.20 abgesagt, aber wir holen das nach.

Foto: Fanny Zölsmann

Karla, das Leben und ich
Lesebühne „Kleine Komödie Gera” am 
15. März:  Mark Jischinski öffnet Schubladen
 
von Fanny Zölsmann
 
»Ich frage mich oft, wie das Gehirn einer Frau funktioniert. Welche Signale empfängt es, wie erfolgen die Verarbeitung und Speicherung von Informationen? Wann läuft es auf standby? Das mit dem Offline-Modus, was im übrigen bei einem Mann außerhalb seines Arbeitsplatzes, des Homeoffice und des Hobbykellers der Normalmodus ist, kommt bei einer Frau nicht vor. Zumindest nicht bei Karla. Sie denkt immer nach. Nicht zwingend über Quantenphysik, die Rettung der Welt und die Heilung von Dummheit, aber sie denkt. Dauernd.«
 
»Sie wiegt den Kopf, als wolle sie mit den schweren Gedankenkugeln darin Pingpong spielen. Sie mustert mich. Hinterfragt ihre Entscheidung. Immer wieder dasselbe. Muss wirklich schwer sein für eine Frau. Sagt er die Wahrheit? Kann ich ihm trauen? Ist er ein Säufer? Ist er der richtige Vater für meine Kinder? Kann er uns versorgen oder säuft er in der Schwangerschaft? Wird er später Hustensaft trinken, um wenigstens etwas Alkohol zu haben? Ich will nicht mit ihr tauschen. Ich bin so froh, dass ich ein Mann bin. Als Frau muss es die Hölle sein.«
 
Allein beim Lesen dieser Zeilen muss ich schmunzeln. Doch glauben Sie mir, wenn der Autor jene Zeilen auch noch selbst liest, kommen Sie aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Es ist ein Lachen, welches ihnen „Ich fühle mich ertappt” ins Gesicht schreibt. Mit einem kessen Augenzwinkern gepaart mit einem verschmitzten Lächeln liest Mark Jischinski aus seinem Buch „Karla, das Leben und ich” und bringt dabei jene Beziehungssituationen von Papier ins Gehör, die vermeintlich jeder und jede kennt. 
Ich hatte das Vergnügen Mark Jischinski persönlich zu treffen, um über sein Buch zu sprechen. Ich wollte wissen, wie er an diese Geschichten kommt, die oftmals hinter verschlossenen Türen stattfinden und nur in gewissen Freundeskreisen erzählt werden. „Viele Tatsachenberichte sammele ich aus meinen persönlichen Coachings und natürlich auch aus meiner eigenen Erfahrung als Mann”, erzählt jener Mann, der nicht nur Autor, sondern eben auch Coach und vor allem Unternehmensberater ist. „Ich berate Unternehmer, nicht die Unternehmen, so verhält es sich auch in persönlichen Lebenslagen. Ich hinterfrage immer zuerst meinen Gegenüber, wie er sich mit der Problemtatik fühlt. Dann erarbeiten wir gemeinsam eine Lösung oder Herangehensweise.”
Am Sonntag, 15. März, 16 Uhr, lädt Mark Jischinski Sie ein, gemeinsam mit ihm auf Entdeckungstour der Beziehungen zu gehen – auf jene des Protagonisten Mark, ihrer Nachbarn und natürlich ihrer eigenen. Ort: Kleine Komödie Gera e.V. in der Späthepassage (ehemals Hugo).

Karla, das Leben und ich …

Karla, das Leben und ich … oder Liebe bis in den Tod.

LESUNG AM 15.03.2020 um 16.00 UHR
KLEINE KOMÖDIE GERA

Irgendwie muss es ja doch gehen, das mit den Männern und den Frauen. Beim Einkaufen, beim Miteinanderreden, beim Führen eines gemeinsamen Haushalts, bei Kinder- und Finanzfragen. Die Gefühlslage in der Beziehung reicht oft von Panik bis Verzweiflung, der Soundtrack klingt mal nach „Ave Maria“, mal wie „Spiel mir das Lied vom Tod“. Mark Jischinski erzählt in seinen Geschichten vom Alltag mit Karla, die ihre wichtigste Überzeugung wie ein Mantra predigt: „Mit der Beziehung zu einem Mann bekommst du automatisch einen Erziehungsauftrag!“ Ob Doktorspiele, Dirty Talk, Entspannungseinkäufe am Samstag, oder ein gemütlicher Fernsehabend mit der Lieblingsserie – Mark und Karla durchleben und durchleiden ihr freiwillig gewähltes Miteinander. Lakonisch, vergnüglich, und doch immer über beide Ohren verliebt, liest Mark Geschichten aus dem prallen Beziehungsleben.

Gute Vorsätze

So viel zu tun, aber nur noch die paar Tage sind übrig. Geht es uns nicht allen so? Gerade ist Silvester rum, die guten Vorsätze sind, eben gefasst oder im Jahresturnus erneuert, schon wieder über Bord geworfen. Der Alltag umfasst uns wie ein Korsett, das uns sicher bis Dezember einsperrt, bis wir uns endlich hektisch in die Besinnlichkeit stürzen. Wir wundern uns, dass die Zeit so gerannt ist, auf dem Beginn der goldenen 20er bereits so viel Patina sitzt und wir bekommen nicht einmal den Fuß aus der Tretmühle, die sich immer schneller dreht. Dabei sah diese Mühle einmal aus wie eine Karriereleiter.
Machen wir es besser. Genießen wir die Tage, fordern wir das Gute und Schöne heraus. Nicht durch Abwarten und Verharren, sondern durch eigenes Tun. Durch das leidenschaftliche Brennen für unsere Ideen, Träume und Ideale. Machen wir einfach Krach in unseren Herzen.
Ich wünsche allen LeserInnen, Schreibenden und Buchverrückten ein erfülltes Jahr 2020 voller Liebe, Wertschätzung und Respekt.

In 2020 sehen wir uns bei Lesungen aus meinem aktuellen Roman „Swinging Village“, heiter-satirischen Betrachtungen mit Kurzgeschichten in den Programmen „Vörwärts immer, rückwärts nimmer“, „Weltall, Erde, Mensch“, „Liebe , Lust und Leidenschaft“ und einem neuen Programm. Ach ja, ein neues Buch erscheint 2020 auch noch. Wenn nicht wieder ein anderes dazwischen kommt.

Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Swinging Village goes Babylon

Ich freue mich schon sehr auf die BuchBerlin am nächsten Wochenende. Am 23. und 24.11.19 werde ich am Stand vom adakia Verlag sein und am Sonntag (24.11.19) lese ich ab 15.00 Uhr aus meinem Buch „Swinging Village“. Während der letzten BuchBerlin habe ich mit jedem Käufer von „Iren ist menschlich“ einen Whiskey getrunken. Leider musste ich diese verkaufsfördernde Maßnahme bereits um die Mittagszeit einstellen. Zwar bietet das Thema von „Swinging Village“ durchaus die Möglichkeit, dem Alkoholkonsum zu frönen, aber ich würde meine Lesung gern fließend vortragen.

Swinging Village

Die erste Lesung ist geschafft, Rückmeldungen von Lesenden gehen ein und der MDR hat einen tollen Beitrag zum Buch gesendet. Ich freue mich sehr über das bisherige Feedback und danke allen, die zum Erfolg des Romans beigetragen haben. Allen, die die Geschichte rund um Erik Fink noch nicht kennen, wünsche ich gute Unterhaltung.

Mark Jischinski: SWINGING VILLAGE, Roman, Klappenbroschur, 270 Seiten, ISBN 978-3-941935-45-7, Preis 11,00 €

Zu kaufen überall im Handel, online oder direkt beim adakia Verlag:

http://www.adakia-shop.de

Neue Termine 2019

Alle folgenden Veranstaltungen finden im Kabarett „Lachgeschäft“ in Gera statt:

29.09.2019 „Wir sind die Sonne, ihr seid das Licht!“ (Kabarettistische Lesung) 16.00 Uhr
18.10.2019 „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ (Kabarettistische Lesung) 20.00 Uhr
24.10.2019 „Swinging Village“ (Lesung aus dem neuen Roman) 20.00 Uhr (Premiere)
31.10.-02.11.2019 „Nudeln mit Blutwurst“ (Kabarettistische Lesungen zu 30 Jahre Mauerfall) jeweils 20.00 Uhr
24.11.2019 „Trauer, Abschied und Neubeginn“ (Lesung) 16.00 Uhr
07.12.2019 „Liebe, Lust und Leidenschaft“ (Erotischer Leseabend) 20.00 Uhr
18.12.-22.12.2019 „Jahresrückblick 2019“ (Kabarett und Lesung) jeweils 20.00 Uhr