Iren ist menschlich

Es ist nur eine Momentaufnahme und kaum der Rede wert, doch ich freue mich trotzdem. Nachdem Anfang der Woche mit der überarbeiteten 2. Auflage von „Iren ist menschlich“ auch das E-Book online ging, belege ich in der aktuellen amazon-Bestsellerliste den 8. Platz in der Kategorie „Reiseführer Irland“. Das hat zudem die unterhaltsame Komponente, dass in der Produktbeschreibung steht: „Kein Reiseführer im geografischen Sinne. Ein Reiseführer ins eigene Innere schon eher.
Ein irisches Tagebuch – subjektiv, nachdenklich und sehr persönlich.“

Verzicht für alle

Schweren Herzens musste ich heute meinen Hausangestellten mitteilen, dass die Krise nun auch bei uns angekommen ist. Die Mindestlohnerhöhung bekommen sie natürlich, dafür gibt es in Zukunft statt 28 Urlaubstagen nur noch 24. Die Pausengetränke fallen weg, dafür übernehme ich das Jobticket, allerdings nur, solange es 9 Euro im Monat kostet. Danach können sie gern mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, ist ja auch für alle besser – die Umwelt, die Figur und den Geldbeutel. Das Wasser wird rationiert; die Personaltoilette ist nur noch einmal am Tag zu spülen – der Letzte spült den Dreck weg. Das fällt mir alles nicht leicht und auch ich leiste meinen Teil. Das Autohaus hat mir heute mitgeteilt, dass sich die Lieferzeit für meinen neuen 7er um drei bis sechs Monate verzögert und mein Maßschneider wartet auf Stoffe aus Italien mindestens genauso lange. Ich erlebe also am eigenen Leib, was Verzicht heißt und dieser solidarische Beitrag zieht sich durch in alle Lebensbereiche. Heute Abend trinke ich lediglich einen Johnnie Walker Blue Label statt des üblichen Macallan 25 Jahre. Der Abstieg geht uns alle etwas an. Wenn es ganz schlimm wird, werde ich im Winter darüber nachdenken, die Handlaufheizung zum Weinkeller etwas abzudrehen. Ich werde mir nicht vorwerfen lassen, nicht auch für höhere Ziele zu darben.

Jugendweihe 2022

Ich freue mich über die vielen positiven Rückmeldungen zur diesjährigen Jugendweiherede. Da es einige Anfragen gab, stelle ich die Rede hiermit für ein paar Wochen zum Nachlesen online. Viel Freude damit.

Liebe junge Erwachsene, liebe Eltern, Großeltern und Gäste!
Heute ist Jugendweihe. So ein Tag markiert einen Wendepunkt, denn Ihr werdet ganz offiziell in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Es ist aber auch ein besonderer Tag in unruhigen und unsicheren Zeiten.

… und nun sind die wenigen Wochen um. Wir sehen uns (hoffentlich) im nächsten Jahr wieder.

Aktuelle Erkenntnisse und Neuigkeiten

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr die Geschichten zu „Mehr Abstand zum Anstand bitte!“ fertig schreiben. Eine Fortsetzung von „Bitte Anstand halten!“ mit Short Stories zu Corona und was dieser Wahnsinn mit uns macht. Herausgekommen sind bitterböse Geschichten, die all meine Wut in sich tragen, meine Enttäuschung und Machtlosigkeit. Beim Schreiben merke ich, wie sehr mich die Geschichten weiter herunterziehen und wie schnell aus einer kruden Phantasie im besten Deutschland aller Zeiten realer Irrsinn wird. Wir haben inzwischen mehr Geschlechter in unserem Land, als brauchbare Politiker in der Regierung. Vor dem Frieren für den Frieden im Herbst kommt der Hirnfrost im Sommer.
Ich lege dieses Projekt auf Eis; es macht mich traurig und fassungslos. Ich befürchte, dass meine Geschichte „Mutation 21“ aus „Bitte Anstand halten!“ wahr wird. Dann mutiert ein Virus und am Ende verwandeln sich die Menschen in Karl Lauterbach, wabern taumelnd wie Zombies durch die Straßen und warnen vor allem, was die Gesundheit beeinträchtigen könnte, vor allem vor dem Leben.
Wenn die aktuellen Stories wahr werden, sollten wir schnellstmöglich einen unentdeckten Kontinent besiedeln oder einen weiteren Planeten finden, den wir runterwirtschaften können.
Um all das aus meinem Kopf zu bekommen, widme ich mich meinem Vor-Pandemie-Herzensprojekt (gab es jemals eine Zeit vor dieser Pandemie?). Ein Buch über die Lust am Lesen, den Zwang, Bücher zu kaufen, die Hingabe zu Geschichten und die wunderbare Möglichkeit, mit Hilfe der Phantasie aus der Realität zu entfliehen.
„BIBLIOMANIE“ wird der Titel sein und ich danke Susi schon einmal herzlich für das wunderbare Cover. Nun bin ich noch mehr motiviert, den Roman zu Ende zu schreiben. Er wird im Jahr 2023 erscheinen. Sollten die Druckpreise bis dahin so stark steigen, dass der Erwerb eines Buches zu Luxus wird, lassen wir es sein und machen uns warme Gedanken. Die helfen bekanntlich auch in kalten Wintern.

Jugendweihe 2021/2022

Das ist ein altes Foto. Zum einen aus hygienischen Gründen und zum anderen sehe ich auf alten Fotos jünger aus.

Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen zu meiner Jugendweihe-Rede vom Jahr 2021. Ich bin immer wieder stolz darauf, diesen wichtigen Tag begleiten zu dürfen und freue mich sehr über die Rückmeldungen. Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen auf die Rede im Jahr 2022. Lasst euch überraschen.


Lesungen im Oktober 2020

In dem Universum, in dem es in den nächsten Wochen Veranstaltungen gibt, freue ich mich auf euch am 24.10.20 zu „Covid19 ist keine Zahncreme“ und am 30.10.20 zu „Karla, das Leben und ich“. Ich lese also über Viren und Frauen. Wenn man es ausspricht, hört es sich komisch an …

Der Aufschwung ist da!?

Das U wird ein V und alles wird wieder gut. Der in unzähligen durchwachten Nächten sicher geglaubte Untergang kommt nicht. Denn im Gegensatz zu anderen, bemitleidenswerten Nationen werden wir von Experten regiert. „Experte/Expertin ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder mehreren bestimmten Sacherschließungen oder über spezielle Fähigkeiten verfügt. Neben dem theoretischen Wissen kann dessen kompetente Anwendung, also praktisches Handlungswissen, für einen Experten kennzeichnend sein.“ (Quelle: Wikipedia)

Bitte stolpern Sie hier nicht über das Wort „kann“, das sich vor die „kompetente Anwendung“ geschlichen hat, hier muss der Eintrag in Wikipedia geändert werden, denn es ist offenkundig falsch. Was in diesen Tagen falsch und richtig ist, wagen wir kaum noch zu beurteilen. Doch ich möchte die Gelegenheit nutzen und die Weitsicht der politisch Handelnden im nachfolgenden Text anhand des Buchhandels loben. Ich beanspruche dabei nicht eine Form von Wahrheit oder Wissen, Sie müssen dazu weder in ontologische, noch in metaphysische Bereiche abgleiten, der gesunde Menschenverstand genügt. Der steht zwar inzwischen auf der Roten Liste, aber ausgerottet ist er noch nicht.

Unsere zu vielen Dingen fähige Bundesregierung hat mittels ihres Expertenwissens die Herabsetzung des Umsatzsteuersatzes von 7% auf 5% beschlossen. Natürlich auch den von 19 auf 16, eine Prämie dafür, dass Sie ein Kind in diese wunderbare Welt gesetzt haben, das Vorziehen von Rüstungsprojekten mit hoher Wertschöpfung und vieles andere Notwendige mehr. Da ich vorrangig mit Büchern zu tun habe, konzentriere ich mich hier aber einmal auf die Sache des Umsatzsteuersatzes auf Bücher in Höhe von 7%, ab dem 01.07.2020 in Höhe von 5% und ab dem 01.01.21 wieder in Höhe von 7%.

Die Hoffnung unserer Regierung besteht darin, die Wirtschaft neu zu beleben und den Konsum anzukurbeln. Wenn dem Leser bereits jetzt die Mundwinkel zu einem ideomotorisch motivierten Lachen entgleiten, bewahren Sie bitte Ruhe, das ist leider kein Witz. Ich nehme an, dass es in den Düsternissen des Bundesfinanzministeriums in Berlin, in einer kleinen Kammer des Schreckens, einen Bearbeiter – oder eine Expertengruppe – gab, die sich dachte, dass eine Herabsetzung der Umsatzsteuer dazu führt, dass der mit den Hufen scharrende und durch Ausgangssperre, Homeschooling, Homeoffice und Kurzarbeit entspannt, fett und reich gewordene Verbraucher nach Zerstreuung und Konsum lechzt. Und wenn er nun auch noch Ware bekommen kann, die 2 oder 3 Prozent weniger kostet, dann wird er nicht nur die im Lockdown gesparten Gelder verprassen, nein er wird sich in Schulden stürzen, um wie wild zu konsumieren und unser Land zu retten. Ein Lob dieser Expertengruppe.

Nehmen wir an, dass der Konsument frisch gestärkt mit Erspartem, der Kinderprämie und Kurzarbeitergeld in den prallen Taschen, im Handelstempel steht und nach Konsumgütern giert. Wohin zieht es den Deutschen zuerst? Den kulturbeflissenen, niveauvollen und belesenen Bürger? Natürlich in eine Buchhandlung. Und dort wird er ein Taschenbuch sehen, ich nehme hier jetzt mal – nur als Beispiel – das wunderbare Buch „Swinging Village“ des unbekannten Autoren Mark Jischinski. Es kostet 11 Euro, oder sollte ich sagen: „Es kostete…?“ Denn nun müsste es ja nur noch 10,78 EUR kosten. Und ein euphorisches Erstaunen, ein Jauchzen und Frohlocken wird den Konsumenten entfahren, begleitet von einem: „Was, nur noch 10,78? Da spare ich ja 22 Cent!! Geben Sie mir doch bitte gleich zwei!“ Und was sagt der Buchhändler? Er wird erwidern: „Ja, und wenn Sie gleich fünf kaufen, dann sparen Sie 1,10 Euro und können nebenan im 99-Cent-Laden etwas für 96 Cent quasi für umsonst kaufen und haben noch 14 Cent über – also aus dem Ersparten, wenn Sie so wollen aus dem NICHTS.“
Mit dem wissenden Blick des verhinderten Buchhalters wird der Konsument den Zeigefinger auf den Buchhändler halten und sagen: „Sie Schlingel, und wissen Sie was? Wenn ich das konsequent im ganzen Center so weiter mache, schaffe ich nur aus dem Ersparten den Wochenendeinkauf bei der REWE!“
Und noch während sich die beiden mit Freudentränen in den Armen liegen und über die Segnungen von Giral- und Fiatgeld parlieren, wissen Sie als aufmerksamer Bürger, Spiegel-, SZ-, und FAZ-Leser, ja als Bildungsbürger, dass diese Situation nie und nimmer eintreten wird.

Zwar kann der Verlag – in diesem Fall der kleine, aber rührige adakia-Verlag – den Preis auf 10,78 EUR herabsetzen, aber warum sollte er das tun? Um dem einsamen Käufer das Geschenk von 22 Cent zu machen? Das würde er gern tun, aber ein Verlag ist, wie auch ein Buchhändler, ein Unternehmer, der eine Kosten-Nutzen-Abwägung anstellt. Um ein Buch im Preis zu senken, muss ein Verlag im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) diese Preisminderung einstellen. Darüber hinaus sollte er – weil die Preise richtig ausgezeichnet werden müssen – Aufkleber für die vorhandenen Bücher bestellen, um die neuen Barcodes mit dem Preis von 10,78 EUR aufzukleben. Allerdings nur für ein halbes Jahr, denn dann macht er das noch einmal anders herum. Sollte nun aber nachgedruckt werden, welcher Barcode empfiehlt sich? Optimistisch der neue, weil ja bis zum 31.12.20 alle „billigen“ verkauft sein werden? Konservativ und mit Aufkleber, weil doch nicht sicher ist, ob alle Menschen in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit lesen werden? Arbeit über Arbeit für 22 Cent pro Buch. Herzlichen Glückwunsch, allerdings machen wir uns in der Buchbranche schon für weniger krumm.

So, wie der Verleger noch hadert, lacht sich der Leser längst ins Fäustchen, denn im Gegensatz zur Regierungsebene kann der Bildungsbürger rechnen und weiß längst, dass die oben stehende Rechnung gar nicht stimmen kann. Denn bei einem Preis von 11,00 EUR, ist der Nettopreis bei 7% = 10,28 EUR und wenn nun darauf 5%, statt bisher 7% berechnet werden, dann beträgt der Ladenverkaufspreis 10,79 EUR, statt 10,78 EUR. Neben der Erkenntnis, dass dem Verbraucher schon wieder ein sicher geglaubter Cent aus dem Nichts aus der Tasche gezogen wird, fragt sich der Konsument noch eine Weile, wie das passieren konnte, schließlich sind 98 Prozent von 11,00 EUR wirklich 10,78 EUR und nicht 10,79 EUR. Doch spätestens seit den Segnungen, mit denen uns die Regierung aus ihrem nicht enden wollenden Füllhorn künftiger Verschuldung und Armut überflutet, wissen wir, dass wir „von oben“ mit vielem rechnen können, nicht jedoch mit Sachverstand und mathematischem und/oder wirtschaftlichem Geschick.

Wir brauchen nicht an jeder Stelle die Transformation zur Digitalisierung und innovative Disruptionsexperten, die uns den Weg in eine wundervolle Zukunft weisen. An den richtigen Positionen würde es bereits ausreichen, wenn wir jemanden haben, der einen Taschenrechner bedienen kann. Für die jüngeren Leser: „Ein Taschenrechner ist eine tragbare, handliche elektronische Rechenmaschine, mit deren Hilfe numerische Berechnungen ausgeführt werden können.“ (Quelle: Wikipedia) Das Ding kann also schnell und einfach Berechnungen ohne einen PC, einen Laptop oder das Handy durchführen. Klingt komisch, ist aber so.

Wahrscheinlich denke ich aber bei allem zu klein. Nehmen wir nur einen Vielleser, eine echte Leseratte, reich an Wissen, arm an sozialen Kontakten, einen, der in der Lage ist, jeden Monat 20 Bücher zu lesen (kleine Anmerkung: Das liegt leicht über dem Schnitt!). Dann könnte dieser Leser im nächsten halben Jahr 120 Bücher lesen. Und wenn er nun traurig wäre, dass er dabei nur 25,20 EUR spart, dann muss er zu den Hardcover-Büchern greifen, da springt deutlich mehr für ihn raus und unser Land ist ganz nebenbei auch wieder saniert und die Krise ist endlich überstanden.

Lesung am 15.03.20 abgesagt, aber wir holen das nach.

Foto: Fanny Zölsmann

Karla, das Leben und ich
Lesebühne „Kleine Komödie Gera” am 
15. März:  Mark Jischinski öffnet Schubladen
 
von Fanny Zölsmann
 
»Ich frage mich oft, wie das Gehirn einer Frau funktioniert. Welche Signale empfängt es, wie erfolgen die Verarbeitung und Speicherung von Informationen? Wann läuft es auf standby? Das mit dem Offline-Modus, was im übrigen bei einem Mann außerhalb seines Arbeitsplatzes, des Homeoffice und des Hobbykellers der Normalmodus ist, kommt bei einer Frau nicht vor. Zumindest nicht bei Karla. Sie denkt immer nach. Nicht zwingend über Quantenphysik, die Rettung der Welt und die Heilung von Dummheit, aber sie denkt. Dauernd.«
 
»Sie wiegt den Kopf, als wolle sie mit den schweren Gedankenkugeln darin Pingpong spielen. Sie mustert mich. Hinterfragt ihre Entscheidung. Immer wieder dasselbe. Muss wirklich schwer sein für eine Frau. Sagt er die Wahrheit? Kann ich ihm trauen? Ist er ein Säufer? Ist er der richtige Vater für meine Kinder? Kann er uns versorgen oder säuft er in der Schwangerschaft? Wird er später Hustensaft trinken, um wenigstens etwas Alkohol zu haben? Ich will nicht mit ihr tauschen. Ich bin so froh, dass ich ein Mann bin. Als Frau muss es die Hölle sein.«
 
Allein beim Lesen dieser Zeilen muss ich schmunzeln. Doch glauben Sie mir, wenn der Autor jene Zeilen auch noch selbst liest, kommen Sie aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Es ist ein Lachen, welches ihnen „Ich fühle mich ertappt” ins Gesicht schreibt. Mit einem kessen Augenzwinkern gepaart mit einem verschmitzten Lächeln liest Mark Jischinski aus seinem Buch „Karla, das Leben und ich” und bringt dabei jene Beziehungssituationen von Papier ins Gehör, die vermeintlich jeder und jede kennt. 
Ich hatte das Vergnügen Mark Jischinski persönlich zu treffen, um über sein Buch zu sprechen. Ich wollte wissen, wie er an diese Geschichten kommt, die oftmals hinter verschlossenen Türen stattfinden und nur in gewissen Freundeskreisen erzählt werden. „Viele Tatsachenberichte sammele ich aus meinen persönlichen Coachings und natürlich auch aus meiner eigenen Erfahrung als Mann”, erzählt jener Mann, der nicht nur Autor, sondern eben auch Coach und vor allem Unternehmensberater ist. „Ich berate Unternehmer, nicht die Unternehmen, so verhält es sich auch in persönlichen Lebenslagen. Ich hinterfrage immer zuerst meinen Gegenüber, wie er sich mit der Problemtatik fühlt. Dann erarbeiten wir gemeinsam eine Lösung oder Herangehensweise.”
Am Sonntag, 15. März, 16 Uhr, lädt Mark Jischinski Sie ein, gemeinsam mit ihm auf Entdeckungstour der Beziehungen zu gehen – auf jene des Protagonisten Mark, ihrer Nachbarn und natürlich ihrer eigenen. Ort: Kleine Komödie Gera e.V. in der Späthepassage (ehemals Hugo).